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AMD Aktie: Core-Scientific-Deal über 2,5 Gigawatt

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 19:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AMD setzt auf milliardenschwere KI-Projekte mit Anthropic und Core Scientific, während Analysten die Aktie positiv bewerten und Insider verkaufen.

Fotorealistischer generischer CPU-Prozessor mit metallenem Heatspreader auf dunkler Oberfläche, dramatische Studiobeleuchtung, kein Markenname – Halbleiteraktie AMD
AMD Prozessor ISIN US0079031078 zeigt generischen CPU Chip auf dunklem Untergrund fotorealistisch Illustration mit AI erstellt.

Wer den Wandel an den Kapitalmärkten verstehen will, darf längst nicht mehr nur auf Quartalsberichte blicken. In der Halbleiterbranche vollzieht sich eine tektonische Verschiebung: Reine Hardwarelieferanten verwandeln sich in Architekten gewaltiger Recheninfrastrukturen.

Wenn Rechenleistung plötzlich in Gigawatt statt in Megahertz gemessen wird, verschieben sich die Maßstäbe fundamental. Genau an dieser Nahtstelle zwischen Silizium, Energieversorgung und schwindelerregenden Bewertungen entscheidet sich die Zukunft moderner Technologiekonzerne.

Anleger setzen darauf, dass der Konzern seine Rolle im Markt für künstliche Intelligenz entscheidend ausbaut. Heute notiert die Aktie bei 539,00 Euro und verzeichnet ein leichtes Tagesplus von 0,4 Prozent. Hinter dieser Neubewertung steckt jedoch weit mehr als kurzfristige Börseneuphorie.

Gigawatt-Kapazitäten als neue Währung

Der eigentliche Treiber dieser Entwicklung liegt in den Dimensionen der zugrundeliegenden Vereinbarungen. Wie Reuters im Juli berichtete, plant AMD, dem Startup Anthropic KI-Server im Wert von mehreren zehn Milliarden Dollar zu verkaufen und selbst bis zu fünf Milliarden Dollar in das Unternehmen zu investieren.

Ab der ersten Jahreshälfte 2027 soll Anthropic bis zu zwei Gigawatt an AMDs Instinct MI450-Chips beziehen. Solche Dimensionen verlangen völlig neue Betriebsmodelle.

Folgerichtig sicherte sich der Konzern laut Reuters kurz darauf eine Vereinbarung mit Core Scientific. Dieser Vertrag umfasst bis zu 2,5 Gigawatt an Rechenzentrumskapazität, beginnend mit mehr als 500 Megawatt, die ab 2027 bereitstehen sollen.

Das Halbleitergeschäft mutiert damit endgültig zur industriellen Großinfrastruktur. Kann ein Unternehmen ein derart monumentales Wachstumstempo operativ durchhalten, ohne sich an den immensen Vorleistungen zu verheben?

Analystenlob und fundamentale Anker

Die Zuversicht an der Wall Street speist sich nicht nur aus Absichtserklärungen, sondern auch aus der Nachfrage nach etablierten Produktlinien. Am 10. September nahm das Analysehaus Piper Sandler die Beobachtung von AMD mit einer Einstufung auf „Overweight“ und einem Kursziel von 600 Dollar auf.

Die Experten verwiesen dabei ausdrücklich auf die anziehende Nachfrage nach Server-CPUs sowie auf AMDs starke Positionierung bei Grafikprozessoren und Server-Prozessoren.

Bewegungen in der Chefetage

Parallel zu den Rekordständen nutzen Führungskräfte das historische Bewertungsniveau für Umschichtungen. Eine Pflichtmitteilung von AMD belegt, dass Forrest Eugene Norrod am 15. September Optionen auf 7.261 Aktien zu einem Ausübungspreis von 84,85 Dollar je Anteil ausübte und am selben Tag 17.261 Stammaktien über mehrere Transaktionen veräußerte. Auch Lisa T. Su trennte sich im Rahmen eines Handelsplans nach Regel 10b5-1 von 95.000 Aktien und übertrug zudem 35.000 Anteile als Schenkung.

Derartige Insiderverkäufe sind in Phasen historischer Bewertungshöchststände keineswegs unüblich. Sie mahnen Marktteilnehmer jedoch daran, dass der Weg in die Billionen-Liga kein Selbstläufer ist.

AMD hat den Sprung vom Verfolger zum unverzichtbaren Pfeiler der globalen KI-Infrastruktur geschafft. Die wahre Bewährungsprobe beginnt allerdings erst, wenn die vertraglich vereinbarten Gigawatt-Systeme tatsächlich in den Rechenzentren hochgefahren werden müssen.

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