Amag, Austria

Amag Austria Metall Aktie: Prognose nach oben

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 20:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach neun Monaten 2026 steigen Umsatz und Gewinn deutlich; zugleich belasten höhere Kapitalbindung und Verschuldung den Geldfluss.
Gestapelte Aluminiumplatten in einer modernen Lagerhalle als Symbol für industrielle Stärke und Wachstum. Illustration mit AI erstellt.

Starke Zahlen, höhere Prognose, aber ein deutlich negativer Cashflow: Amag Austria Metall legt nach neun Monaten 2026 ein gemischtes Bild vor. Die Ertragskraft überzeugt, die Liquidität leidet.

Ergebnis auf Wachstumskurs

Der Umsatz stieg in den ersten drei Quartalen um 16,4 Prozent auf 1.323,4 Millionen Euro. Treiber waren ein höherer Absatz und spürbar gestiegene Aluminiumpreise. Der stärkere Euro gegenüber dem US-Dollar bremste hingegen.

Beim EBITDA fällt das Plus deutlicher aus: Es wuchs um 58,9 Prozent auf 181,4 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich von 10,0 auf 13,7 Prozent. Unterm Strich stieg der Gewinn nach Steuern um 141,6 Prozent auf 81,7 Millionen Euro.

Das dritte Quartal war dabei besonders stark. Mit einem EBITDA von 80,3 Millionen Euro erzielte der Konzern das zweitbeste Quartalsergebnis seiner Geschichte, nach 33,5 Millionen im Vorjahresquartal. Vorstandschef Victor Breguncci spricht von einem "außergewöhnlich starken" Quartal.

Was dahintersteckt

Den Schub liefern vor allem der Standort Ranshofen und die kanadische Elektrolyse Alouette, an der Amag mit 20 Prozent beteiligt ist. In Ranshofen wirken Kosteneffizienzmaßnahmen und hohe Produktivität. Im Segment Walzen legte der Absatz in den Bereichen Automobil, Wärmetauscher und Luftfahrt deutlich zu. Der Gesamtabsatz stieg um 6,9 Prozent auf 342.900 Tonnen.

Alouette profitiert von attraktiven Marktbedingungen für Primäraluminium. Genau dieses Preisniveau treibt allerdings auch die Kehrseite der Bilanz.

Cashflow im Minus

Der operative Cashflow lag bei minus 36,2 Millionen Euro, nach einem deutlich positiven Vorjahreswert. Der Free Cashflow betrug minus 67,3 Millionen Euro. Ursache ist die höhere Kapitalbindung durch gestiegene Mengen und Aluminiumpreise.

Die Nettofinanzverschuldung kletterte auf 401,1 Millionen Euro, nach 321,0 Millionen zum Jahresende 2025. Dank des stärkeren EBITDA sank der Verschuldungsgrad im Verhältnis zum Ergebnis aber auf 2,0 von 2,3. Die Eigenkapitalquote liegt bei 43,8 Prozent.

Prognose angehoben

Der Vorstand erwartet für 2026 nun ein EBITDA von 200 bis 220 Millionen Euro und hebt damit seine Prognose an. In allen Segmenten rechnet er mit einem Ergebniszuwachs gegenüber 2025. Als Risiken nennt Amag kurzfristige Preisänderungen, mögliche Änderungen bei den US-Einfuhrzöllen, eine schwächere Nachfrage im Walzgeschäft und steigende Energiepreise.

Die Aktie notierte zum Zeitpunkt der Meldung unverändert bei 30,45 Euro. Rechnerisch müsste Amag im vierten Quartal ein EBITDA von rund 19 bis 39 Millionen Euro erzielen, um die Prognosespanne zu erreichen. Nach 80,3 Millionen im dritten Quartal wirkt das Ziel komfortabel.

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