Altech: Liquidation von Altech Batteries GmbH eingeleitet
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach der vor rund zwei Wochen getroffenen Entscheidung, das ambitionierte Batterieprojekt CERENERGY im Industriepark Schwarze Pumpe einzustellen, konzentriert sich die Altech Advanced Materials AG auf die Abwicklung der bestehenden Strukturen.
Im Zentrum steht dabei die eingeleitete Liquidation der Tochtergesellschaft Altech Batteries GmbH. Dieser Schritt markiert den vorläufigen Endpunkt der Bemühungen um den Aufbau einer Produktion von keramischen Feststoffbatterien in der Lausitz.
Ende der Cerenergy-Entwicklung in der Lausitz
Die vollständige Einstellung des Projekts erfolgte, nachdem die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Projektfinanzierung intern als unzureichend eingestuft wurde. Wie der Tagesspiegel berichtet, sah sich das Unternehmen gezwungen, die Entwicklung der speziellen Batterietechnologie für stationäre Stromnetze aufzugeben. Von dieser Entscheidung ist auch das Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme (IKTS) unmittelbar betroffen. Das Institut hielt als Joint-Venture-Partner einen Anteil von 25 Prozent an dem Vorhaben.
Das Projekt galt über einen längeren Zeitraum als Hoffnungsträger für die Region, um industrielle Impulse im Rahmen des wirtschaftlichen Strukturwandels zu setzen. Mit der Liquidation der operativen Tochtergesellschaft zieht die Konzernführung nun die Konsequenzen aus dem Ausbleiben notwendiger Kapitalmittel. Eine Fortführung der Entwicklungsarbeiten ohne gesicherte Finanzierung wurde als wirtschaftlich nicht mehr darstellbar bewertet.
Grundstücksverkauf und gescheiterte Partnersuche
Ein wesentlicher Teil der aktuellen Abwicklung betrifft den Rückverkauf des für das Batteriewerk erworbenen Grundstücks. Das Areal im sächsischen Industriepark wurde an die Kommunalverwaltung Spreetal zurückgegeben. Der Bruttoerlös aus dieser Transaktion beläuft sich auf 675.000 Euro. Damit fließen dem Unternehmen liquide Mittel aus dem ursprünglich für die Fabrik vorgesehenen Standort zurück.
Dem Rückzug war eine intensive, neunmonatige Suche nach einem strategischen Partner vorausgegangen. Dabei führte das Management Verhandlungen mit einem global agierenden deutschen Industriekonzern, dessen Name nicht öffentlich genannt wurde.
Diese Gespräche führten jedoch nicht zu einem erfolgreichen Abschluss. Ohne die Beteiligung eines finanzstarken Industriepartners fehlte die Grundlage, um die erforderlichen Investitionssummen für den Aufbau der Fertigung zu mobilisieren.
Strategische Neuausrichtung und frühere Verkäufe
Die aktuelle Krisensituation ist Teil einer umfassenden strukturellen Veränderung, die bereits im vergangenen Jahr eingeleitet wurde. Im August 2025 beschloss die Hauptversammlung der Altech Advanced Materials AG die Veräußerung nahezu sämtlicher operativer Vermögenswerte. In diesem Zuge wurde unter anderem die 25-prozentige Beteiligung an der Altech Industries Germany GmbH abgestoßen.
Die jüngsten Entwicklungen unterstreichen die hohen Hürden bei der Überführung innovativer Speichertechnologien in die industrielle Serienreife. Während der technologische Ansatz des Fraunhofer-Instituts fachliches Interesse weckte, scheiterte die Umsetzung letztlich an der Kapitalmarktfähigkeit des Vorhabens. Für das Unternehmen bedeutet dies einen Fokus auf die Abwicklung der laufenden Verpflichtungen und die Prüfung verbliebener Beteiligungswerte.
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