Alstom Aktie: Slowenien verhandelt über frühere Lokomotiven-Lieferung
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 20:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deAlstoms Lieferprobleme treffen nicht alle Aufträge gleichermaßen. Das ist ein Gegenpunkt zu den Verzögerungen bei deutschen Zugprojekten. Eine beschleunigte Auslieferung ist allerdings noch nicht vereinbart.
Frühere Lieferung nach Slowenien im Gespräch
Bei dem slowenischen Auftrag geht es um 30 Lokomotiven des Typs Traxx-3-MS. Slovenske železnice meldet keine Vertragsänderung, die eine Verspätung nach sich ziehen könnte. Stattdessen laufen Gespräche über eine frühere Lieferung. Eine Einigung darüber steht noch aus.
Der Vertrag vom 21. März 2025 hat einen Wert von 152,1 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer. Die Änderung des Fertigungsstandorts bedeutet damit zunächst eine Anpassung der Produktionsplanung und nicht automatisch eine Verschiebung zulasten des Kunden.
Bislang ist die erste Lokomotive für den Regelbetrieb in der zweiten Märzhälfte 2027 vorgesehen. Die letzte soll im Oktober 2028 folgen. Für Anleger zählt deshalb, ob Alstom aus dem Vorschlag verbindliche frühere Liefertermine machen kann. Allein der Standortwechsel belegt noch keine Verbesserung der konzernweiten Fertigung.
Deutsche Projekte bleiben der Engpass
Wie unterschiedlich die Aufträge laufen, zeigt das Coradia-Max-Programm. Die Schwierigkeiten konzentrieren sich damit auf einen Teil des Programms, belasten aber die gesamte Produktionsplanung.
Für Deutschland vorgesehene Zuglieferungen verschieben sich Medienberichten zufolge von 2026 auf 2028. Die Verzögerungen stehen im deutlichen Kontrast zu den Gesprächen über beschleunigte Lieferungen nach Slowenien. Aus einzelnen Fortschritten lässt sich deshalb noch keine allgemeine Entspannung ableiten.
Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet Alstom rund 4.000 produzierte Wagen statt zuvor 4.400–4.500. Die am Montag gesenkte Prognose macht deutlich, dass die Probleme nicht auf einzelne Terminänderungen begrenzt bleiben.
Neue Industrieorganisation soll Abhilfe schaffen
Alstom plant eine neue Industrieorganisation für das zweite Quartal 2027. Erste Ankündigungen sind bereits für Ende 2026 vorgesehen. Der Umbau setzt damit an der Fertigungsstruktur an – jenem Bereich, in dem Lieferfähigkeit und finanzielle Erholung zusammenlaufen müssen.
Der finanzielle Druck begrenzt den Spielraum: Nach der Prognosesenkung vom Montag erwartet Alstom für 2026/27 einen negativen freien Cashflow von 1,5 Milliarden Euro. Frühere Lieferungen bei einzelnen Aufträgen wären daher hilfreich, würden die Belastungen aus verspäteten Großprojekten aber nicht automatisch ausgleichen.
Am 17. November stehen die Halbjahreszahlen an. Entscheidend für die Einordnung der Industriepläne sind konkrete Fortschritte bei Produktion und Auslieferung. Die slowenischen Gespräche zeigen eine mögliche Verbesserung auf Auftragsebene; der Nachweis einer breiteren Stabilisierung steht noch aus.
Alstom-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Alstom-Analyse vom 5. November liefert die Antwort:
Die neusten Alstom-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Alstom-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. November erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Alstom: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
