Alstom Aktie: Batteriezüge für Nordengland
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 10:05 Uhr | Redaktion boerse-global.deAlstom hat mit TransPennine Express Verträge über mehr als 1,2 Milliarden Euro unterzeichnet. Es geht um die Lieferung und Langzeitwartung einer neuen Flotte batterieelektrischer Züge für den Norden Englands. Die Aktie legte am Freitagvormittag in Paris um gut 2 Prozent zu.
Der Auftrag kombiniert einen Rollmaterial-Vertrag über rund 930 Millionen Euro für 29 fünfteilige Batterie-Triebzüge mit Wartungsvereinbarungen im Wert von etwa 230 Millionen Euro.
Ausgeliefert werden soll die Flotte ab 2032, die Fertigung beginnt 2028 im Alstom-Werk Derby Litchurch Lane. Der Deal ist damit der erste Einsatz der neuen Adessia-Stream-Plattform in Großbritannien und soll die erste batterieelektrische Fernzugflotte des Landes auf die Schiene bringen.
Erste Ladeinfrastruktur dieser Art im britischen Streckennetz
Für Alstom ist der Auftrag mehr als nur ein weiterer Zugbau-Deal. Die Batterietechnologie erlaubt emissionsfreien Betrieb auf nicht elektrifizierten Streckenabschnitten. Ladeinfrastruktur wird an den Stationen Hull, Scarborough und Saltburn installiert — nach Unternehmensangaben eine Premiere im britischen Streckennetz, vergleichbar mit einem bereits erfolgreichen Projekt in Irland.
Für die Region verspricht der Auftrag handfeste wirtschaftliche Effekte. Nach Unternehmensangaben sichert das Projekt mehr als 350 Arbeitsplätze in Derby und über 5.500 Stellen in der britischen Zulieferkette. Der Wartungsvertrag läuft zunächst acht Jahre, mit Option auf eine weitere Verlängerung um acht Jahre.
Teil einer größeren Batteriezug-Offensive
Der TransPennine-Auftrag reiht sich in eine Serie von Batteriezug-Meilensteinen ein, die Alstom in den vergangenen Monaten erreicht hat. Im Februar 2026 ging der erste Coradia-Continental-Batteriezug für den Betreiber VMS in Deutschland in den kommerziellen Einsatz, im Juli 2026 folgten Frankreichs erste batteriebetriebene Züge. Das Unternehmen positioniert sich damit als Vorreiter bei der Ablösung von Dieselzügen auf Nebenstrecken.
Finanziert wird die neue Flotte vom Bahninvestor Rock Rail, sie soll einen Teil der bestehenden Class-185-Flotte von TransPennine Express ersetzen. Die neuen Züge sollen Städte wie Liverpool, Manchester, York, Hull, Scarborough und Saltburn verbinden und Teil des Transpennine Route Upgrade werden, mit dem Großbritannien den Bahnverkehr im Norden des Landes modernisieren will.
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