Alstom Aktie: 270 Millionen Euro für Victoria-Züge
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 21:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Alstom baut seine internationale Präsenz durch neue Großaufträge und technologische Innovationen aus, sieht sich jedoch an der Börse weiterhin mit erheblichem Gegenwind konfrontiert.
Während das Unternehmen heute den Einsatz von KI-gestützten Steuerungssystemen für die Metro in Bangalore meldete, belastet die jüngste Senkung der Analystenerwartungen das Vertrauen der Anleger. Der Aktienkurs verzeichnete heute ein Minus von 1,2 % auf 15,79 €, womit sich der Rückgang seit Jahresbeginn auf 37 % summiert.
Fortschritte in Indien und Großauftrag aus Australien
Im Fokus der heutigen Unternehmensmeldungen steht die technologische Aufrüstung des indischen Schienenverkehrs. Alstom implementiert für die Bangalore Metro Phase 2 eine KI-integrierte Lösung zur Zug-zu-Zug-Kommunikation. Diese Technologie soll die Effizienz und Sicherheit des städtischen Nahverkehrs steigern und wird durch das konzerneigene Digital Experience Centre in Indien unterstützt.
Parallel dazu verfestigt der Konzern seine Stellung auf dem australischen Kontinent. Bereits am gestrigen Montag meldete Alstom den erfolgreichen Abschluss der dritten Phase des Gold-Coast-Straßenbahnprojekts. Hierbei war das Unternehmen für das Design sowie die Inbetriebnahme sämtlicher Signal- und Kontrollsysteme verantwortlich.
Ergänzend dazu übte die Regierung des Bundesstaates Victoria Anfang August eine Vertragsoption im Wert von 270 Millionen Euro aus. Damit verdoppelt sich die Bestellung auf insgesamt 50 sechsteilige elektrische Züge des Typs X'trapolis 2.0, die lokal in Victoria gefertigt werden sollen.
Analysten korrigieren Erwartungen nach unten
Trotz dieser operativen Erfolge blicken Finanzmarktexperten skeptischer auf die Rentabilität des Konzerns. Medienberichten zufolge wurde der Konsens für den Gewinn je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 zuletzt von 1,05 € auf rund 0,94 € nach unten korrigiert. Dies spiegelt sich auch in den Kurszielen wider: Das durchschnittliche Kursziel sank von über 26 € auf 22,80 €.
Besonders deutlich äußerten sich die Analysten von Morgan Stanley am 10. August, als sie ihr Kursziel für das Papier auf 20,00 € senkten und die Einstufung auf „Neutral“ beließen. Am selben Tag reduzierte das Analysehaus Oxcap Analytics sein Ziel ebenfalls auf 20,00 €. Als Gründe wurden die anhaltend niedrigen Margen sowie Verzögerungen bei Projekten angeführt, die den eigentlich starken Auftragsbestand von über 100 Milliarden Euro überschatten.
Strategische Beteiligungen und Ausblick
Auch auf der Seite der institutionellen Investoren gab es zuletzt Veränderungen. Goldman Sachs International unterschritt am 12. August mit einem direkten Anteil von 4,91 % die meldepflichtige Schwelle von 5 % des Kapitals und der Stimmrechte. Die Goldman Sachs Group hält jedoch über verschiedene Finanzinstrumente weiterhin eine indirekte Beteiligung von 5,15 %.
Für das künftige Wachstum setzt Alstom auf langfristige Großprojekte wie den 1,03 Milliarden Euro schweren Vertrag mit der portugiesischen CP. Hier wurde am 8. August der Zeitplan bestätigt, wonach die ersten Züge im Jahr 2029 den Dienst aufnehmen sollen.
Zudem ergatterte das Unternehmen kürzlich den ersten Festauftrag im Rahmen eines 6,3 Milliarden Euro schweren Rahmenvertrags mit DB InfraGO in Deutschland zur digitalen Signalisierung eines Abschnitts des Rhein-Alpen-Korridors.
Ein wichtiger Termin für Investoren ist der 17. November 2026. An diesem Tag wird Alstom die Finanzergebnisse für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2026/27 vorlegen. Die Aktie notiert derzeit deutlich unter Druck und weist einen Abstand von 48 % zum 52-Wochen-Hoch auf, das im Februar bei 30,19 € markiert wurde.
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