Almonty, Aktie

Almonty Aktie: Wolfram-Umsatz springt 498 Prozent

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 13:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Almonty verzeichnet dank Rekordpreisen für Wolfram ein Umsatzplus von 498 Prozent und einen Nettogewinn von 181,8 Millionen US-Dollar. Der Konzern kündigt zudem den Ausbau einer China-unabhängigen Lieferkette an.

Almonty Aktie: Wolfram-Umsatz explodiert um 498 Prozent
Rohstücke von Wolfram-Erz auf einem dunklen, industriellen Hintergrund, die das Thema Rohstoffwirtschaft symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Almonty Industries hat seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Das Ergebnis: ein finanzieller Kraftakt, der die Wolfram-Strategie des Konzerns auf eine neue Stufe hebt. CEO Lewis Black nutzte den Bericht am Donnerstag, um gleich den nächsten Schritt anzukündigen — den Ausbau einer Lieferkette für Wolfram, die komplett ohne China funktioniert.

Umsatz schießt nach oben

Für das Quartal bis zum 30. Juni 2026 meldete Almonty am 11. August einen Umsatz von 43,0 Millionen US-Dollar. Das ist ein Plus von 498 Prozent gegenüber 7,2 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Der Treiber dahinter: Rekordpreise für Wolfram. Der europäische Durchschnittspreis für Ammoniumparatungstat (APT) kletterte auf 3.075 US-Dollar pro Metric Tonne Unit — verglichen mit 453 US-Dollar ein Jahr zuvor.

Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 181,8 Millionen US-Dollar, das entspricht 0,64 US-Dollar pro Aktie. Im Vorjahresquartal hatte Almonty noch einen Verlust von 58,2 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Ein großer Teil des Gewinns ist allerdings nicht bares Geld: 173,1 Millionen US-Dollar stammen aus der Neubewertung von Derivaten und Warrants. Das bereinigte EBITDA stieg auf 17,6 Millionen US-Dollar — eine Verbesserung von über 22 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorjahreswert.

Umzug in die USA, neue Führung

Almonty verlegt seinen Firmensitz von Toronto nach Dillon im US-Bundesstaat Montana. Der Schritt soll die Nähe zu US-Behörden, Rüstungsunternehmen und Industriepartnern stärken. Nach Angaben des Unternehmens untermauert der Umzug die Rolle von Almonty als verlässlicher Lieferant für eine transparente, westlich orientierte Rohstoffkette.

Parallel dazu hat sich an der Spitze der Finanzabteilung etwas verändert. Jorge Beristain, CFA, übernahm am 1. Juni 2026 den Posten des Finanzchefs von seinem Vorgänger Brian Fox. Das Management begründet die Personalie mit der nächsten Wachstumsphase: Almonty will seine Sangdong-Mine in Südkorea hochfahren und die Präsenz in den USA, Portugal und Spanien ausbauen.

Sangdong-Mine und volle Kassen

Die Sangdong-Mine steckt noch in der Inbetriebnahme der ersten Ausbaustufe. Voll ausgelastet soll sie 640.000 Tonnen Erz pro Jahr verarbeiten. Eine bereits genehmigte zweite Ausbaustufe könnte die Kapazität auf 1,2 Millionen Tonnen mehr als verdoppeln.

Finanziell hat sich Almonty ordentlich Luft verschafft. Im Juni schloss der Konzern eine überzeichnete Anleihe über 800 Millionen US-Dollar ab, verzinst mit 2,25 Prozent und wandelbar in Aktien. Zum 30. Juni verfügte Almonty damit über eine Kassenposition von 1,23 Milliarden kanadischen Dollar. CEO Black erklärte am Donnerstag, diese Liquidität erlaube es, mehrere Großprojekte gleichzeitig voranzutreiben — darunter den Ausbau von Sangdong und das Gentung-Wolframprojekt in Montana.

Lieferketten-Poker mit strategischem Kalkül

Der Hintergrund der ganzen Strategie: geopolitischer Druck auf kritische Rohstoffketten. Black betonte in einem Interview am Donnerstag, sein Unternehmen baue gezielt Vermögenswerte auf, um das langjährige Wolfram-Monopol anderer Großmächte zu durchbrechen. Ein Baustein dafür ist die Vereinbarung mit Global Tungsten & Powders LLC (GTP) vom 14. Juli. Almonty verlängerte den bestehenden Liefervertrag um sechs Jahre und erhöhte die vereinbarten Volumina um 40 Prozent, bei verbesserten Preiskonditionen.

Zum 31. Juli zog Almonty zudem die Notiz von der Toronto Stock Exchange freiwillig zurück. Gehandelt wird die Aktie künftig nur noch am Nasdaq Capital Market und an der Frankfurter Börse.

Mit vollen Kassen, neuem US-Sitz und einem erweiterten GTP-Vertrag hat Almonty die Basis für die nächste Ausbaustufe gelegt. Ob Sangdong Phase II wie geplant realisiert wird, dürfte sich in den kommenden Quartalsberichten zeigen.

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