Almonty, Aktie

Almonty Aktie: 17,54-Prozent-Wochenverlust nach Nasdaq-Wechsel

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Almonty-Aktie verliert nach Börsenumzug nach New York deutlich an Wert, während Analysten das Kursziel unverändert hoch ansetzen.

Almonty Industries: Kursrutsch nach Nasdaq-Wechsel trotz positiver Analystenprognosen
Abstrakte Darstellung einer modernen Bergbauanlage in der Abenddämmerung als Symbol für Rohstoffmärkte und Industrietrends. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Wolframproduzent Almonty Industries navigiert durch eine turbulente Handelswoche. Die Aktie fiel am heutigen Montag um 4,96 Prozent auf C$15,51 und verlor damit binnen einer Woche 17,54 Prozent an Wert. Auslöser der Unsicherheit ist der frisch vollzogene Börsenwechsel des Unternehmens von Toronto nach New York.

Von Toronto zur Nasdaq

Almonty hat sein Listing an der Toronto Stock Exchange zum 31. Juli beendet und ist parallel an die Nasdaq gewechselt, wo die Aktie künftig unter dem Kürzel ALM notiert. Der Schritt war seit Wochen angekündigt, sorgt an den Märkten aber weiterhin für Nervosität. Investoren reagieren offenbar auf die begleitende Aktienkonsolidierung und die damit verbundene Neuordnung der Handelsstrukturen. Die Kursreaktion fällt entsprechend deutlich aus: Auf Monatssicht steht ein Rückgang von rund 34 Prozent, während die Aktie seit Jahresbeginn noch immer knapp 29 Prozent im Plus liegt. Die Schwankungsbreite bleibt hoch – das 52-Wochen-Hoch von C$33,35 liegt weit über dem aktuellen Niveau, das Jahrestief lag bei C$5,35.

Parallel zum Börsenwechsel meldete Almonty für Juli 2026 einen Netto-Rückgang der an der australischen Börse gehandelten CHESS Depositary Interests (CDIs) um 215.538 Einheiten auf 2.133.325, nach 2.348.863 im Vormonat. Grund sind Übertragungen zwischen CDIs und den an der Nasdaq gehandelten Stammaktien: Deren Zahl stieg im gleichen Umfang auf 286.347.416. Die Restricted Share Units blieben mit 3.535.405 unverändert, auch bei Optionen, Warrants und Wandelanleihen gab es keine Bewegung. Die Verschiebung dokumentiert damit vor allem, wie sich Anteilseigner im Zuge des Börsenwechsels zwischen den Handelsplätzen neu sortieren – ein technischer Vorgang, der operativ wenig über das Geschäft selbst aussagt.

Geschäftszahlen und Nachfrage aus der Verteidigungsindustrie

Auf operativer Ebene hatte Almonty im Mai für das erste Quartal 2026 einen Nettoverlust von 5,3 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 25,4 Millionen US-Dollar ausgewiesen – eine deutliche Verbesserung gegenüber früheren Quartalen und ein Beleg dafür, dass die Wolframproduktion des Unternehmens zunehmend Fahrt aufnimmt. Untermauert wird dieser Trend durch eine bindende Offtake-Vereinbarung mit einem US-Verteidigungsunternehmen über die Lieferung von Wolframoxid – ein Geschäft, das die strategische Bedeutung des Rohstoffs für die amerikanische Rüstungsindustrie unterstreicht.

Genau diese Position rückt Almonty in den Fokus einer breiteren Debatte um westliche Rohstoffsicherheit. Wolfram gilt neben Antimon und anderen kritischen Metallen als Engpassmaterial, bei dem sich Abnehmer in den USA zunehmend um Lieferketten außerhalb Chinas bemühen. Diese sogenannte US-Wolframwende wird von Marktbeobachtern als struktureller Rückenwind für Produzenten wie Almonty gewertet, die über westliche Förderkapazitäten verfügen.

Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial

Trotz der jüngsten Kursschwäche bleibt die Einschätzung der Analysten optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei C$27,80 – das entspräche gegenüber dem aktuellen Niveau einem Aufwärtspotenzial von 79,2 Prozent. Die Diskrepanz zwischen Kurszielen und Marktpreis spiegelt die typische Nervosität wider, die Börsenwechsel und technische Umbuchungen bei stark schwankungsanfälligen Werten auslösen – die Beta von 2,05 zeigt, dass die Aktie überdurchschnittlich volatil reagiert.

Für Anleger bleibt die Gemengelage unübersichtlich: Operative Fortschritte bei Umsatz und Verlustreduzierung sowie eine belastbare Abnahmevereinbarung mit der US-Verteidigungsindustrie stehen einem kurzfristig belasteten Kursverlauf gegenüber, der stark von der technischen Neuordnung rund um den Nasdaq-Wechsel geprägt ist. Wie schnell sich der Handel nach der Umstellung normalisiert, dürfte in den kommenden Wochen maßgeblich über die weitere Kursrichtung entscheiden.

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