Allegro MicroSystems Aktie: Mizuho und Evercore senken Kursziele
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 04:23 Uhr | Redaktion boerse-global.deMizuho und Evercore ISI haben gestern ihre Kursziele für Allegro MicroSystems gesenkt. Beide Häuser bleiben dennoch bei ihrer positiven Einstufung. Die Reaktion folgt auf kräftiges Umsatzwachstum und einen höheren bereinigten Gewinn. Für Anleger rücken damit die Grenzen des Wachstumstempos in den Vordergrund: Verschobene Rechenzentrumsprojekte und knappe Testkapazitäten bremsen die Entwicklung.
Niedrigere Ziele trotz positiver Einstufungen
Mizuho reduzierte das Kursziel von 58 auf 46 US-Dollar und bestätigte „Outperform“. Damit hält das Analysehaus an seiner grundsätzlich positiven Einschätzung fest, setzt die erwartete Kursmarke aber deutlich niedriger an.
Auch Evercore ISI verbindet die Neubewertung nicht mit einer Herabstufung der Anlageempfehlung. Das Haus senkte sein Ziel von 53 auf 40 US-Dollar und blieb ebenfalls bei „Outperform“.
Die Botschaft ist damit zweigeteilt: Beide Häuser halten an ihrer positiven Einstufung fest, reduzieren jedoch ihre Kursziele. Eine konkrete Begründung für die jeweiligen Zielsenkungen nannten die Meldungen nicht.
An der Börse überwog gestern die Skepsis. Die Aktie verlor -6,4%, obwohl Allegro am Donnerstag bessere Quartalszahlen und weiteres Wachstum in Aussicht gestellt hatte. Starke Ist-Zahlen allein reichten damit nicht aus, um den Verkaufsdruck aufzufangen.
Wachstum mit unterschiedlichem Tempo
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte Allegro einen Umsatz von 277 Mio. US-Dollar. Das entsprach einem Anstieg von 29% gegenüber dem Vorjahresquartal.
Die Entwicklung war breit abgestützt, verlief in den Geschäftsbereichen aber unterschiedlich dynamisch. Automotive wuchs weiter, während Industrie und sonstige Anwendungen wesentlich stärker zulegten. Der veränderte Umsatzmix bedeutet somit keinen Rückgang des Automotive-Geschäfts.
Der Automotive-Umsatz stieg um 11%. Industrie und sonstige Anwendungen legten um 79% zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 0,26 US-Dollar und verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr.
Auch die Nachfrageindikatoren sprechen gegen eine allgemeine Abschwächung des Geschäfts. Die gewonnenen Entwicklungsprojekte erreichten den höchsten Quartalsstand seit dem Börsengang. Zugleich nahm der Auftragseingang erneut zu. Diese Signale stehen im Kontrast zu den operativen Engpässen, die eine schnellere Umsetzung begrenzen.
Rechenzentren zwischen Rekord und Verzögerungen
Der Rechenzentrumsumsatz erreichte einen Rekord von 46 Mio. US-Dollar und lag mehr als 150% über dem Vorjahreswert. Gegenüber dem Vorquartal betrug der Zuwachs allerdings nur 4%.
CEO Mike Doogue führte die gebremste Entwicklung auf verschobene Hyperscaler-Programme zurück. Er bezeichnete dies als Timing-Thema und nicht als Verlust von Projekten. Das Management erwartet weiterhin, den Rechenzentrumsumsatz im laufenden Geschäftsjahr mehr als zu verdoppeln.
Parallel bleiben die Kapazitäten für abschließende Tests angespannt. Allegro plant deshalb einen Ausbau auf den Philippinen und in China. Steigende Inputkosten bilden eine weitere Belastung; erwartete Preiserhöhungen im Automotive-Bereich sollen dieser Entwicklung entgegenwirken.
Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2027 prognostiziert Allegro einen Umsatz von 278–288 Mio. US-Dollar und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,25–0,29 US-Dollar.
Für Anleger liegt der entscheidende Prüfpunkt damit in der Umsetzung. Die Nachfrageindikatoren zeigen Wachstumspotenzial. Ob daraus schneller zusätzliche Erlöse entstehen, hängt auch vom Fortgang der verschobenen Programme und vom Ausbau der Testkapazitäten ab. Die gesenkten Kursziele stehen somit neben einem weiterhin wachsenden Geschäft – nicht an dessen Stelle.
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