Alkermes Aktie: Umsatzplus, Gewinnminus
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 15:58 Uhr | Redaktion boerse-global.deAlkermes wächst kräftig, verdient aber deutlich weniger. Im dritten Quartal 2026 stieg der Umsatz um knapp 22 Prozent auf 480,1 Millionen Dollar. Der Nettogewinn nach US-GAAP brach dagegen von 82,8 auf 16,3 Millionen Dollar ein. Die Ursache steht fest: die Übernahme von Avadel im Februar.
Avadel treibt den Umsatz, belastet den Gewinn
Das übernommene Narkolepsie-Mittel LUMRYZ steuerte 89,9 Millionen Dollar bei. Rund 4.100 Patienten waren Ende September in Behandlung. Die eigenen Produkte legten insgesamt um 31,5 Prozent auf 417,3 Millionen Dollar zu.
Vom Gewinn zehren vor allem Übernahmekosten von 29,8 Millionen Dollar sowie Abschreibungen auf erworbene immaterielle Werte. Das bereinigte EBITDA hielt sich mit 120,1 Millionen Dollar fast auf Vorjahresniveau. Das operative Geschäft läuft also stabil, die Integration drückt die ausgewiesenen Zahlen.
Beim Ergebnis je Aktie übertraf Alkermes die Erwartungen: Es stand ein Gewinn von 0,09 Dollar zu Buche, erwartet war ein Verlust von 0,08 Dollar.
Etablierte Produkte mit gemischtem Bild
VIVITROL wuchs um 5,4 Prozent auf 127,6 Millionen Dollar, ARISTADA um 5,9 Prozent auf 103,9 Millionen Dollar. LYBALVI gab um 2,3 Prozent auf 95,9 Millionen Dollar nach.
Dahinter steckt eher die Preisseite als die Nachfrage: Die verschriebenen Mengen stiegen um 18 Prozent, die Abzüge im Vertrieb lagen bei rund 42 Prozent. Für 2027 erwartet das Management dort etwa 45 Prozent.
Rückläufig waren zudem die Erlöse aus Herstellung und Lizenzgebühren. Sie sanken um gut 18 Prozent auf 62,9 Millionen Dollar.
Prognose bestätigt, Pipeline im Mittelpunkt
Die Jahresziele bleiben unverändert. Alkermes erwartet 2026 einen Umsatz zwischen 1,73 und 1,84 Milliarden Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 370 bis 410 Millionen Dollar. Nach US-GAAP rechnet das Unternehmen weiter mit einem Nettoverlust von 95 bis 115 Millionen Dollar.
Die Forschungsausgaben sollen auf 445 bis 485 Millionen Dollar steigen. Konzernchef Blair Jackson sieht die größte Wachstumschance in der Pipeline, vor allem bei Orexin-Wirkstoffen gegen Narkolepsie, ADHS, Depression und Erschöpfung. 2027 soll laut Management eine datenreiche Phase mit mehreren Studienergebnissen bringen.
Die Aktie gab vorbörslich um gut fünf Prozent auf 42,50 Dollar nach, trotz des Gewinns über den Erwartungen. Anleger scheinen die Profitabilität im Blick zu haben. Barmittel und Anlagen von 787,6 Millionen Dollar geben dem Konzern Spielraum für die Forschung. 2027 sollen zudem die Herstellkosten sinken, weil Bewertungseffekte aus der Übernahme auslaufen.
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