Alibaba Aktie: Jack Ma kauft für 600 Millionen HK$
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 22:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der chinesische E-Commerce-Gigant Alibaba hat die größte Platzierung neuer Aktien in der Geschichte des Finanzplatzes Hongkong erfolgreich beendet. Parallel dazu setzen Firmengründer Jack Ma und die Führungsriege ein deutliches Signal des Vertrauens: Durch massive Zukäufe am freien Markt reagieren sie auf die jüngste Kursverwässerung und unterstreichen die langfristige Wachstumsstrategie im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).
Details zur Rekord-Platzierung in Hongkong
Wie das Unternehmen am heutigen Mittwoch bekannt gab, wurde die Ausgabe von 710 Millionen neuen Aktien zu einem Preis von 112,70 Hongkong-Dollar (HK$) pro Stück abgeschlossen.
Mit einem Gesamtvolumen von 80 Milliarden HK$ (rund 10,2 Milliarden US-Dollar) handelt es sich um das bisher umfangreichste primäre Follow-on-Verfahren in Hongkong. Die neuen Papiere wurden mit einem Abschlag von rund 9 Prozent zum ursprünglichen Kurs emittiert, was zu einer Verwässerung der bestehenden Anteile um etwa 3,6 Prozent führte.
Die Aktie reagierte heute positiv auf die Nachricht und notiert bei 103,20 €, was einem Plus von 1,6 % entspricht. Damit liegt das Papier nun 3,5 % über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage, zeigt aber mit einem Rückgang von 19 % seit Jahresbeginn noch immer eine deutliche Schwäche im längerfristigen Vergleich.
Ma und Top-Management setzen Signal durch Aktienkäufe
Unmittelbar nach der Kapitalmaßnahme traten prominente Käufer auf den Plan, um den Kurs zu stützen. Laut Berichten von Caixin Global erwarb Alibaba-Gründer Jack Ma seit der Ankündigung am Sonntag Aktien im Wert von über 600 Millionen HK$.
Auch die aktuelle Führungsebene beteiligte sich aktiv: Chairman Joe Tsai kaufte allein am heutigen Mittwoch weitere 720.000 Aktien für rund 82 Millionen HK$, nachdem er bereits am Montag Papiere für 80 Millionen HK$ erworben hatte. CEO Eddie Wu ergänzte die Insider-Käufe am Montag um weitere 40 Millionen HK$.
Insgesamt investierten die Führungsfiguren damit innerhalb weniger Tage mehr als 800 Millionen HK$ aus eigenen Mitteln. Diese Käufe folgen auf eine Phase erhöhter Volatilität, in der die Aktie nach der ersten Bekanntgabe der Kapitalerhöhung kurzzeitig um bis zu 10 Prozent nachgegeben hatte.
Investitionen in KI-Infrastruktur und Cloud-Wachstum
Der Erlös aus der Platzierung ist zweckgebunden für den massiven Ausbau der KI-Fähigkeiten des Konzerns. Den vorliegenden Plänen zufolge sollen 60 Prozent der Mittel (etwa 47,9 Milliarden HK$) in die Computing-Infrastruktur fließen, während die verbleibenden 40 Prozent (rund 31,9 Milliarden HK$) für den Aufbau von Hyperscale-Rechenzentren vorgesehen sind. Insgesamt plant Alibaba über die kommenden drei Jahre Investitionen in Höhe von 380 Milliarden Yuan (ca. 56,5 Milliarden US-Dollar) in diesen Sektor.
Notwendig wird dieser Kapitalbedarf durch das rasante Wachstum im Cloud-Segment. In einem im Juni geendeten Quartal stieg der Cloud-Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent auf 48,44 Milliarden Yuan. Gleichzeitig verzeichnete der Konzern jedoch einen Rückgang des Nettogewinns um 75 Prozent, was vor allem auf die hohen Investitionen zurückzuführen ist.
CEO Eddie Wu betonte, dass der annualisierte Umsatz mit KI-Produkten bereits die Marke von 10 Milliarden US-Dollar erreicht habe. Er rechnet damit, dass sich die aktuellen Investitionen innerhalb der nächsten zweieinhalb bis drei Jahre amortisieren werden, da die Knappheit an KI-Rechenkapazitäten voraussichtlich bis zum Jahr 2030 anhalten dürfte.
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