Alibaba Aktie: 20.000 Nvidia-Chips für Cloud-Expansion
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 06:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der chinesische E-Commerce- und Cloud-Riese Alibaba bereitet sich auf einen ereignisreichen Monat vor. Wie das Unternehmen gestern bestätigte, wird der Konzern die Finanzergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 am 20. August vor der Eröffnung der US-Börsen veröffentlichen. Die Ankündigung erfolgt in einer Phase, in der das Unternehmen massiv in seine technologische Infrastruktur investiert, um seine Position im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) gegenüber der Konkurrenz zu festigen.
Neue Modelle und Rechenpower für die Cloud
Im Zentrum der aktuellen Strategie steht die Einführung des neuen KI-Flaggschiffmodells Qwen3.8-Max, das am Montag vorgestellt wurde. Mit insgesamt 2,4 Billionen Parametern in einer Mixture-of-Experts-Architektur setzt Alibaba neue Maßstäbe bei der Leistungsfähigkeit seiner Software. Das Modell aktiviert pro Token rund 95 Milliarden Parameter und verfügt über ein Kontextfenster von einer Million Token.
Zudem verfügt Qwen3.8-Max über native multimodale Fähigkeiten, die sowohl Bild- als auch Videoverarbeitung ermöglichen. Medienberichten zufolge plant das Unternehmen, bereits in der kommenden Woche eine Version mit offenen Gewichten zu veröffentlichen, um Entwickler stärker an das eigene Ökosystem zu binden. Um die notwendige Rechenleistung für diese Ambitionen sicherzustellen, hat sich Alibaba Cloud Zugriff auf rund 20.000 Nvidia-Chips gesichert. Dieses Infrastruktur-Paket soll die Cloud-Sparte im hart umkämpften chinesischen Markt stärken und die Bereitstellung der neuen Modelle über das Alibaba Cloud Model Studio beschleunigen.
Rechtliche Hürden in Europa und strategische Wetten
Abseits der technologischen Fortschritte sieht sich der Konzern mit erheblichem regulatorischem Gegenwind konfrontiert. Am 21. Juli verhängte die Europäische Kommission gegen die Alibaba-Tochter AliExpress ein Bußgeld in Höhe von 550 Millionen Euro. Dies stellt die bislang höchste Strafe dar, die unter dem EU-Gesetz für digitale Dienste (DSA) ausgesprochen wurde. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, Risiken beim Verkauf illegaler, unsicherer und gefälschter Produkte nicht ausreichend gemindert zu haben. Laut Berichten der South China Morning Post hat AliExpress bereits angekündigt, gegen diese Entscheidung vorzugehen. Das Unternehmen bezeichnete die Strafe als unverhältnismäßig und verwies auf umfangreiche proaktive Maßnahmen zur Einhaltung der EU-Vorgaben.
Parallel dazu treibt Alibaba seine Investitionen in externe KI-Spezialisten voran. Das vom Konzern unterstützte Startup Moonshot AI schloss Ende Juli eine Finanzierungsrunde über 3,5 Milliarden US-Dollar ab, was die Bewertung des Unternehmens auf 35 Milliarden US-Dollar hob. Medienberichten zufolge wird bereits eine weitere Finanzierungsrunde angestrebt, die das Startup mit 50 Milliarden US-Dollar bewerten könnte, bevor Ende 2026 ein Börsengang in Hongkong erfolgen soll.
An der Börse zeigt die Aktie derzeit eine robuste Tendenz. Das Papier beendete den Handel am Freitag mit einem Schlusskurs von 111,20 €. Damit notiert der Wert aktuell mit einem Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 13,00 % über diesem technischen Trendindikator, der bei 98,41 € liegt. Die Anleger blicken nun gespannt auf den 20. August, wenn das Management detaillierte Einblicke in die Profitabilität der neuen KI-Dienste und die Auswirkungen der europäischen Regulierung geben muss.
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