Alamar, Biosciences

Alamar Biosciences Aktie: Biopharma überholt Akademia

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 01:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere Verbrauchsmaterialerlöse und eine angehobene Jahresprognose treffen auf wachsende Verluste und geplante Studienprojekte.
Modernes, hochwertiges Biotechnologie-Labor mit klinischer Beleuchtung als Symbol für Innovation in der Biopharma-Branche. Illustration mit AI erstellt.

Zum ersten Mal stellen Pharma- und Biotechkunden den größten Umsatzblock bei Alamar Biosciences. Parallel dazu holt sich der Proteomik-Spezialist GSK als Partner für eine Studie mit mehr als 60.000 Blutproben ins Haus. Beides stützt die Erzählung, dass die NULISA-Plattform den Sprung aus der Grundlagenforschung in die Arzneimittelentwicklung schafft.

Wachstum aus Verbrauchsmaterial

Im dritten Quartal erlöste Alamar 33,5 Millionen Dollar, 68 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Bruttomarge stieg auf 61,5 Prozent. Treiber waren niedrigere Gerätekosten und höhere Verkaufspreise für Verbrauchsmaterial.

Dieses Segment wuchs um 79 Prozent auf 17,8 Millionen Dollar und macht inzwischen gut die Hälfte des Umsatzes aus. Wiederkehrende Erlöse gewinnen damit an Gewicht. Die Geräteumsätze legten um 50 Prozent zu, die Dienstleistungen um 69 Prozent.

Biopharma-Kunden trugen 49 Prozent zum Umsatz bei, nach 42 Prozent im Vorquartal. Akademische Einrichtungen kamen auf 44 Prozent.

Das Management hebt die Jahresprognose auf 121 bis 123 Millionen Dollar an, zuvor standen 116 bis 120 Millionen im Plan. Das entspricht am Mittelwert einem Plus von 64 Prozent.

Verluste wachsen mit

Die Kosten steigen schneller als die Erlöse. Die operativen Ausgaben legten um 81 Prozent auf 35,8 Millionen Dollar zu, der Nettoverlust weitete sich auf 13,3 Millionen Dollar aus. Das Unternehmen verweist auf Investitionen in Personal, Infrastruktur und Forschung sowie auf Kosten der Börsennotierung.

Die Barmittel sanken binnen eines Quartals von 256,3 auf 231,5 Millionen Dollar. Das Polster bleibt breit.

Dämpfend wirkt zudem ein Hinweis auf das Schlussquartal: Die Dienstleistungserlöse dürften vom Rekordwert zurückfallen, weil große Projekte teils vorgezogen wurden. Die Aktie schloss vor den Zahlen bei 30,22 Dollar und gab nachbörslich leicht auf 29,99 Dollar nach.

Großprojekte und Personalie

Die GSK-Kooperation nutzt die Panels NULISAseq Immune 340 und Neuro 220 für Atemwegs-, Leber-, Nieren-, neurologische und Autoimmunerkrankungen. Die Profilierung soll im ersten Quartal 2027 beginnen. Hinzu kommt die Auswahl durch die UK Biobank, die 80.000 Proben für die Erforschung neurodegenerativer Leiden analysieren lässt. Die Verarbeitung soll im vierten Quartal 2026 starten und bis Ende 2027 laufen.

Außerdem tritt Präsident Tod White zum Jahresende ab. Er bleibt dem Unternehmen bis Juni 2027 als Berater erhalten.

Für 2026 peilt Alamar mindestens 100 neue Geräte an, womit die installierte Basis über 200 steigen würde. Bis Ende 2027 will das Unternehmen sein klinisches Gerät ARGO HT/DX bei der US-Arzneimittelbehörde FDA zur Zulassung einreichen. Bislang sind alle Produkte nur für die Forschung freigegeben.

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