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Akzo Nobel Aktie: Südostasien-Verkauf fix

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 05:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nippon Paint übernimmt Dekorfarbenaktivitäten in sieben Märkten; die Übergabe ist ab Ende 2026 in mehreren Etappen vorgesehen.

Farbenfabrik von Akzo Nobel N.V. an einer Amsterdamer Gracht
Fotorealistische Industrieanlage zeigt Chemiebranche von Akzo Nobel N.V. mit ISIN NL0013267909 an Amsterdamer Gracht Illustration mit AI erstellt.

Akzo Nobel trennt sich von seinem Dekorfarbengeschäft in Südostasien. Käufer ist Nippon Paint, der Preis liegt bei rund 1,35 Milliarden Dollar. Damit landet der japanische Konkurrent doch noch einen Teilerfolg, nachdem er zuvor an größeren Anläufen gescheitert war.

Was verkauft wird

Die Transaktion umfasst die Dekorfarbengeschäfte in Vietnam, Indonesien, Malaysia, Thailand, Singapur, Papua-Neuguinea und Australien. Diese Einheiten erwirtschafteten 2025 nach Angaben von Nippon Paint 291 Millionen Dollar Umsatz und 65 Millionen Dollar EBITDA. Die Marge liegt bei etwa 22 Prozent.

Akzo Nobel beziffert die Bewertung auf das 21-Fache des EBITDA von 2025. Nippon Paint rechnet mit dem 16-Fachen des für 2026 erwarteten Werts. Der Käufer finanziert den Kauf aus Barmitteln und Bankkrediten, neue Aktien gibt er nicht aus.

Der Abschluss erfolgt gestaffelt. Das Indonesien-Geschäft soll Ende 2026 übergehen, die übrigen Teile etwa Mitte 2027, jeweils vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Nippon Paint erwartet nach Vollzug einen Gewinnbeitrag und sieht Einsparpotenzial bei Einkauf, Produktion, Logistik und Verwaltung.

Teil der Portfoliobereinigung

Für Konzernchef Grégoire Poux-Guillaume passt der Schritt in die Strategie. Er will sich aus Randmärkten zurückziehen, in denen Akzo Nobel nicht zu den Marktführern zählt. Schon 2025 verkaufte der Konzern sein Indiengeschäft an JSW für rund 1,4 Milliarden Euro.

Parallel dazu läuft die Fusion mit dem US-Konkurrenten Axalta. Die Aktionäre stimmten im August zu. Das neue Unternehmen soll einen einzigen Börsensitz in New York erhalten, mit Doppelzentrale in Amsterdam und Philadelphia. Der Südostasien-Verkauf hängt nach Angaben aus Verhandlungskreisen nicht von der behördlichen Freigabe der Axalta-Transaktion ab.

Zuvor hatte Akzo Nobel Offerten abgelehnt. Nippon Paint wollte im Juli das gesamte Dekorfarbengeschäft für 7,5 Milliarden Euro übernehmen. Im Mai war bereits ein gemeinsames Gebot mit Sherwin-Williams über 13 Milliarden Euro für den ganzen Konzern gescheitert.

Der Verkauf kam nicht überraschend. Schon am Sonntag hatten Medienberichte ihn angekündigt. Die Akzo-Aktie schloss am Freitag bei 56,68 Euro, ein Plus von 2,2 Prozent. Nippon Paint hat weiterhin Interesse an einem größeren Zukauf. Zunächst dürfte die Integration der südostasiatischen Einheiten das Unternehmen binden, und Akzo Nobel plant derzeit keine weiteren Verkäufe aus dem Dekorgeschäft.

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