Aixtron Aktie: Jefferies senkt Kursziel auf 55,30 Euro
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 23:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aixtron hat im zweiten Quartal 2026 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Nach einem operativ negativen ersten Quartal meldete der Anlagenbauer aus Herzogenrath am Donnerstag ein EBIT von 14,7 Millionen Euro. Der Umsatz lag bei 115,1 Millionen Euro und damit unter dem Vorjahreswert von rund 137,4 Millionen Euro. Der Vorstand bestätigte gleichzeitig die Jahresprognose für 2026: Erwartet werden weiterhin 560 Millionen Euro Umsatz mit einer Schwankungsbreite von 30 Millionen Euro sowie eine EBIT-Marge zwischen 17 und 20 Prozent.
Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Kursplus von 3,06 Prozent auf 36,38 Euro. Der Erholungsversuch ändert wenig am mittelfristigen Bild: Auf Sicht von 30 Tagen steht bei dem Papier ein Minus von 29,25 Prozent zu Buche, und vom 52-Wochen-Hoch aus dem Juni trennen die Aktie noch immer 41,96 Prozent. Der Kurs bleibt damit deutlich unter seinen gleitenden Durchschnitten der vergangenen Monate.
Analysten senken Kursziele, Kaufempfehlungen bleiben bestehen
Am Freitag meldeten sich gleich zwei Analysehäuser zu Wort. Jefferies senkte das Kursziel für Aixtron von 73,00 Euro auf 55,30 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Buy“. Die Berenberg Bank setzte ihr Kursziel auf 42,00 Euro fest. Auch die DZ Bank veröffentlichte nach den Quartalszahlen eine aktuelle Einschätzung zur Aktie, ohne dabei Rating oder Kursziel explizit zu nennen.
Die Kurszielsenkungen fallen in eine Phase, in der die Aktie bereits stark unter Druck steht. Trotzdem signalisieren die beibehaltenen Kaufeinstufungen, dass die Analysten die operative Erholung im zweiten Quartal grundsätzlich positiv werten – auch wenn die tieferen Ziele die gestiegene Unsicherheit über das Tempo der Nachfrageerholung widerspiegeln.
Expansion in Malaysia und neue Großkunden
Parallel zur Zahlenvorlage treibt Aixtron seine internationale Expansion voran. Am 23. Juli kündigte das Unternehmen den Bau einer neuen Betriebsstätte in Malaysia an, die die dortige Halbleiterindustrie beim nächsten Entwicklungsschritt unterstützen soll. Bereits im März hatte Aixtron die Erweiterung seines globalen Footprints durch ein Werk in Malaysia angekündigt.
Auf der Kundenseite verzeichnete Aixtron zuletzt mehrere bemerkenswerte Aufträge. Das MIT Lincoln Laboratory erwarb im Juni zwei 300-Millimeter-Hyperion-Systeme von Aixtron zur Erforschung von GaN- und 2D-Materialien. Der japanische Halbleiterhersteller ROHM Semiconductor setzt beim Ausbau seiner Produktion von GaN-Leistungsbauelementen bereits seit Juni auf die G10-GaN-Plattform des Unternehmens. Solche Aufträge aus der Leistungselektronik gelten als wichtiger Indikator dafür, dass sich die Nachfrage nach Aixtrons Anlagen über verschiedene Kundensegmente hinweg stabilisiert.
Finanziell hatte sich Aixtron im April zusätzlichen Spielraum verschafft: Am 15. April schloss das Unternehmen die Platzierung von Wandelschuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag von 450 Millionen Euro ab. Bereits einen Tag zuvor hatte der Vorstand die Jahresprognose angehoben und vorläufige starke Ergebnisse für das erste Quartal vermeldet.
Ausblick
Anleger richten den Blick nun auf die kommenden Monate. Aixtron wird am 29. Oktober seine 9-Monatsmitteilung für 2026 veröffentlichen. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob die im zweiten Quartal erreichte Rückkehr in die Gewinnzone tragfähig ist oder ob die schwächere Umsatzentwicklung gegenüber dem Vorjahr Ausdruck eines länger anhaltenden Nachfragedämpfers bleibt. Die bestätigte Jahresprognose signalisiert Zuversicht im Management – die jüngsten Kurszielsenkungen der Analysten zeigen jedoch, dass der Markt die Visibilität für das zweite Halbjahr weiterhin vorsichtig einschätzt.
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