Aixtron Aktie: GaN und SiC erwachen
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 22:44 Uhr | Redaktion boerse-global.deAixtron rechnet mit einem starken Wachstumsjahr 2027. Treiber bleibt die KI-Infrastruktur, doch erstmals senden auch die lange schwachen Leistungshalbleiter positive Signale. Die Aktie sprang am Donnerstag zeitweise um rund neun Prozent nach oben und setzte damit ihre Erholung dieser Woche fort.
Optoelektronik trägt den Aufschwung
Im dritten Quartal entfielen rund 68 Prozent des Anlagenauftragseingangs auf Optoelektronik. Die Maschinen fertigen Chips für Laserkomponenten, die in KI-Rechenzentren Daten übertragen. Kupferkabel stoßen dabei bei Geschwindigkeit und Effizienz zunehmend an Grenzen.
Der Auftragseingang lag bei 275 Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Der Anlagenauftragsbestand wuchs auf 549 Millionen Euro. Der Bestand an Indiumphosphid-Anlagen sorgt laut Unternehmen für Umsatzvisibilität bis weit ins Jahr 2027.
Aixtron sieht den Photonik-Investitionszyklus noch in einer frühen Phase und erwartet eine Fortsetzung bis 2030. Optische Verbindungen zwischen GPUs könnten ab 2027/28 eine zusätzliche Nachfragewelle auslösen. Auch der Übergang auf 6-Zoll-Wafer verläuft langsamer als geplant, was den Bedarf an zusätzlichen Reaktoren erhöhen kann.
Leistungselektronik zeigt erste Lebenszeichen
Rund 24 Prozent des Anlagenauftragseingangs kamen aus der Leistungselektronik. Konzernchef Felix Grawert verweist auf steigende Kundenauslastungen, anziehende Auftragsaktivität und Vorbereitungen für neue Kapazitäten bei Galliumnitrid (GaN) und Siliziumkarbid (SiC). Erste Aufträge für Kapazitätserweiterungen liegen vor, die Projektpipeline wächst.
Rückenwind kommt von zwei Seiten. Wegen hoher Ölpreise sind Elektroautos wieder stärker gefragt. Zudem benötigen neue 800-Volt-Architekturen für KI-Rechenzentren beide Chiparten. Aixtron erwartet ab 2027 zunehmendes Momentum bei GaN-Anwendungen in der Stromversorgung.
Ein breiter SiC-Investitionsboom ist das noch nicht. Der Markt für neue SiC-Anlagen bleibt schwach.
Zahlen bestätigt, Analyst wird bullisch
Die Mitte Oktober vorgelegten vorläufigen Zahlen bestätigte das Unternehmen. Der Umsatz stieg um gut die Hälfte auf rund 184 Millionen Euro. Das Ebit legte dank eines vorteilhaften Produktmix um 270 Prozent auf rund 57 Millionen Euro zu.
Den Jahresausblick bestätigte Aixtron ebenfalls: Der Umsatz soll 2026 zwischen 530 und 590 Millionen Euro liegen, die Ebit-Marge zwischen 17 und 20 Prozent. Nach neun Monaten stehen 358 Millionen Euro Umsatz und eine Marge von 14 Prozent zu Buche.
Metzler stufte die Aktie von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch. Analyst Veysel Taze argumentiert, bei Aixtron laufe zu viel richtig, um weiter an der Seitenlinie zu bleiben. Die Auftragsstärke dürfte sich ins neue Jahr fortsetzen.
Der Kurs bleibt trotz Erholung weit unter dem Hoch von fast 63 Euro im Juni. Zuvor war er auf 28,25 Euro gefallen, ein Tief seit Anfang März. Zum Jahreswechsel kostete das Papier allerdings nur etwa halb so viel wie heute. Die Auftragslage für die kommenden Quartale soll nach Unternehmensangaben auf hohem Niveau bleiben oder weiter steigen.
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