Airbus Aktie: Rekordjahr trotz Pannensommer
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 18:27 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin Sommer voller Produktionsmängel, sinkender Umsatz, schwächerer Gewinn im Tagesgeschäft, und trotzdem legt die Aktie zu. Bei Airbus zählt für Anleger nach den Quartalszahlen vor allem, dass Vorstandschef Guillaume Faury die Jahresziele bestätigt.
Zwei Baustellen im dritten Quartal
Im dritten Quartal musste der Konzern ein Problem am Seitenleitwerk des Großraumjets A330neo lösen. Neue Maschinen des Typs ließen sich zunächst nicht ausliefern. Hinzu kamen Unregelmäßigkeiten beim Oberflächenschutz an Längsversteifungen des stark gefragten A321neo. Ein Sicherheitsproblem sei das nicht gewesen, betonte Faury.
Die Folgen zeigen sich in den Zahlen. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf knapp 17,5 Milliarden Euro, Analysten hatten mit einem Anstieg gerechnet. Der Gewinn im Tagesgeschäft ging um neun Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro zurück, das entsprach ungefähr den Erwartungen. Die Rüstungs- und Raumfahrtsparte legte dabei deutlich zu.
Der Überschuss wuchs dank positiver Sondereffekte um ein Fünftel auf gut 1,3 Milliarden Euro. Beim freien Barmittelfluss verfehlte Airbus die Markterwartungen deutlicher. Ein Händler führte das vor allem auf Veränderungen im Betriebskapital zurück.
Ziele bleiben, Zulieferer entspannen
Für 2026 peilt Airbus weiterhin rund 870 Auslieferungen an. Das wäre etwas mehr als im bisherigen Spitzenjahr 2019 mit 863 Jets. Der bereinigte operative Gewinn soll auf rund 7,5 Milliarden Euro steigen, nach neun Monaten stehen 4,5 Milliarden in den Büchern. Bis 2029 soll das Ergebnis auf 12 bis 13 Milliarden Euro klettern.
Bemerkenswert ist der Tonwechsel gegenüber Triebwerkshersteller Pratt & Whitney. Im Februar und April hatte Faury die RTX-Tochter noch für schleppende Lieferungen verantwortlich gemacht. Nun sagt er, Airbus habe genügend Bauteile, um die Ziele für 2026 zu erreichen.
Rückenwind liefert der Auftragsbestand von mehr als 9.300 Flugzeugen, der rechnerisch für über zehn Jahre reicht. Belastend wirken die hohen Kerosinpreise. Faury sprach von einem schwierigen Umfeld, erste Airlines haben bereits Insolvenz beantragt.
Kursziele steigen
Die Aktie legte am Vormittag zeitweise 2,7 Prozent auf 196,40 Euro zu und gehörte zu den stärksten DAX-Werten. Damit notiert sie wieder auf dem Niveau des Jahreswechsels. Das Rekordhoch von gut 221 Euro aus dem Januar bleibt ein Stück entfernt. Technisch setzte sich das Papier von der 21-Tage-Linie ab und versuchte den Sprung über die 50-Tage-Linie.
Mehrere Analysten hoben ihre Kursziele an. Jefferies sieht das Papier nun bei 210 Euro, JPMorgan hob sein Ziel sogar auf 250 Euro.
Politischen Rückenwind gibt es zudem für die Rüstungssparte. Verteidigungsminister Boris Pistorius besuchte die Militärsparte in München und verwies auf den unbemannten Jagdbomber, den der Konzern derzeit entwickelt. Die Verteidigungsindustrie wolle er künftig noch stärker nutzen, sagte er.
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