Airbus, Aktie

Airbus Aktie: Militärsegment statt Massengeschäft

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 18:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Beim EU-Satellitenprojekt Iris2 erhält ein belgisches Start-up den Großauftrag, Airbus übernimmt nur das Militärsegment. Die Aktie bleibt stabil.

Airbus-Aktie: Satellitenprojekt Iris2 – Belgisches Start-up überflügelt etablierten Konzern
Abstrakte Darstellung eines militärischen Flugzeugs bei goldenem Licht als Symbol für den Verteidigungssektor Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Beim milliardenschweren Satellitenprojekt Iris2 geht das größte Stück vom Kuchen an ein 2018 gegründetes belgisches Start-up. Airbus, der etablierte Platzhirsch der europäischen Raumfahrtindustrie, muss sich mit einer Nebenrolle begnügen. Die Aktie nimmt es gelassen.

Aerospacelab soll bis zu 264 der insgesamt 348 Satelliten für die niedrige Erdumlaufbahn bauen, mit einem Auftragsvolumen von mindestens 1,8 Milliarden Euro. Der deutsche Satellitenhersteller OHB sichert sich zusätzlich 18 sogenannte MEO-Satelliten für eine höhere Umlaufbahn, Auftragswert knapp eine Milliarde Euro. Airbus bleiben 66 Mil-Ka-Satelliten für militärische Kommunikation — ein deutlich kleineres Segment des Gesamtprojekts.

Bestätigter Auftrag trotz kleinerem Zuschnitt

Eutelsat, im Iris2-Konsortium für den LEO-Bereich zuständig, hat den Auftrag an Airbus bestätigt. Zu den größeren LEO-Satelliten äußerte sich der Konzern mit Verweis auf laufende Verhandlungen nicht. Iris2 soll Europa unabhängig vom Starlink-Netzwerk von Elon Musks SpaceX machen und ein abhörsicheres Kommunikationsnetz für Militär und Behörden bereitstellen — nach fast sechs Jahren Vorarbeit der EU-Kommission ein zentrales strategisches Projekt.

Der Zeitplan bleibt ambitioniert: Ab 2029 sollen die ersten Satelliten ins All starten, ein Jahr später will die EU erste Regierungsbehörden anschließen, später auch Privatnutzer. Für Airbus bedeutet die Auftragsverteilung vor allem eines: Im zivilen Massengeschäft der niedrigen Umlaufbahn setzt die EU auf einen jungen Herausforderer statt auf den etablierten Konzern.

An der Börse sorgt das kaum für Bewegung. Die Airbus-Aktie notierte im XETRA-Handel zeitweise leicht im Plus bei rund 215 Euro — von einer Verkaufswelle keine Spur. Das deutet darauf hin, dass der Markt das Militärsegment als das eigentlich lukrative Feld für Airbus einstuft, während das margenschwächere Massengeschäft mit ziviler Satellitenfertigung ohnehin nicht im Zentrum der Wachstumsstory steht.

Für die weitere Einordnung dürfte entscheidend sein, ob Airbus bei den noch offenen LEO-Verhandlungen zusätzliche Aufträge sichern kann. Bis dahin bleibt der Konzern beim größten europäischen Satellitenprojekt der laufenden Dekade auf die Rolle des militärischen Zulieferers beschränkt.

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