Airbus Aktie: Cathay bestellt 30 A330neo
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 04:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Cathay Pacific, airBaltic und Biman Bangladesh Airlines haben binnen weniger Wochen neue Bestellungen bei Airbus platziert – ein Signal, dass die Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen trotz operativer Belastungen ungebrochen bleibt. Die Aktie selbst tut sich an der Börse dennoch schwer.
Neue Bestellungen aus Asien und dem Baltikum
Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific hat im August eine Vereinbarung über 30 Maschinen des Typs A330-900neo finalisiert. Die lettische Fluglinie airBaltic erweiterte parallel ihre Flotte um zehn weitere A220-300, nachdem sie bereits zuvor auf den Typ gesetzt hatte.
Auch Biman Bangladesh Airlines bereitet einen größeren Abschluss vor: Zehn Maschinen, vier Langstreckenjets vom Typ A350-900 sowie sechs A321neo, sollen Medienberichten zufolge bis Ende August unterzeichnet werden.
Diese Order-Serie reiht sich in ein Geschäftsjahr ein, das für Airbus bislang von hohem Tempo geprägt ist. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Umsätze laut Unternehmensangaben um 12 Prozent auf 33,2 Milliarden Euro, getragen von einer Rekordzahl an Auslieferungen ziviler Flugzeuge sowie einer starken Verteidigungs- und Raumfahrtsparte.
Der Konzern lieferte im ersten Halbjahr 351 Verkehrsflugzeuge aus, nach 306 im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBIT kletterte auf 2,7 Milliarden Euro, entsprechend einer Marge von 8,2 Prozent, der Nettogewinn erreichte 2,24 Milliarden Euro bei einem Ergebnis je Aktie von 2,84 Euro.
Ausblick bestätigt, Kapitalrückführung beschlossen
Airbus hält an seiner Jahresprognose fest: rund 870 Auslieferungen, ein bereinigtes EBIT von 7,5 Milliarden Euro und ein freier Cashflow vor Kundenfinanzierung von 4,5 Milliarden Euro. Für 2029 stellte der Konzern zudem ein mittelfristiges EBIT-Ziel von 12 bis 13 Milliarden Euro in Aussicht, kalkuliert mit einem Wechselkurs von 1,22 Dollar je Euro.
Der Verwaltungsrat billigte außerdem ein Aktienrückkaufprogramm über 5 Milliarden Euro, das über drei Jahre laufen soll – ein Zeichen dafür, dass das Management trotz laufender Investitionen Spielraum für die Rückführung von Kapital an Aktionäre sieht.
Im August selbst übergab Airbus 47 Flugzeuge an Kunden und hielt damit das Produktionstempo aufrecht, das für das Erreichen der Jahresziele notwendig ist.
Auf operativer Ebene bleibt der Konzern damit auf Kurs, auch wenn die parallel laufenden regulatorischen Vorgänge zeigen, wie engmaschig die Flugzeugflotte überwacht wird: Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat eine neue Lufttüchtigkeitsanweisung für die A320-Familie erlassen, die zum 1. Oktober in Kraft tritt und eine frühere Anordnung aus 2024 ersetzt. Eine weitere Anweisung betrifft Hubschrauber vom Typ AS350B2 wegen eines Fertigungsfehlers im Hydrauliksystem.
Kurs bleibt hinter der Nachrichtenlage zurück
Trotz der operativen Stärke und der Auftragsflut notiert die Airbus-Aktie mit 194,98 Euro rund 12 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro, das im Januar erreicht wurde. Über die vergangenen 30 Tage verlor das Papier 6,2 Prozent, der 14-Tage-RSI von 35,9 deutet auf eine eher überverkaufte Marktlage hin.
Gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 154,50 Euro aus dem März liegt die Aktie dennoch rund ein Viertel höher, was zeigt, dass die jüngste Schwäche in einen insgesamt stabilen mittelfristigen Aufwärtstrend eingebettet ist.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Die fundamentale Auftragslage und die bestätigte Konzernprognose sprechen für ungebrochene Nachfrage nach Airbus-Flugzeugen, während die Aktie kurzfristig unter Druck steht. Ob sich diese Lücke schließt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie zuverlässig der Konzern seine Lieferziele bis Jahresende erreicht.
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