Airbus Aktie: A350F-Auslieferung rutscht auf 2028
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 04:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beim Langstrecken-Frachter A350F mehren sich die Fragezeichen. Nach Informationen von Leeham News könnte sich die erste Auslieferung des Frachtflugzeugs von Ende 2027 auf 2028 verschieben. Airbus widerspricht: Ein Unternehmenssprecher bestätigte, der Erstflug finde noch im Jahr 2026 statt, die erste Auslieferung bleibe für 2027 geplant – am Zeitplan ändere sich nichts.
Der Streit um den genauen Termin ist mehr als eine Randnotiz. Bereits Ende Juli hatte Airbus im Rahmen der Halbjahreszahlen eingeräumt, dass der Erstflug des A350F erst gegen Jahresende 2026 stattfinden soll – ein späterer Termin als noch im dritten Quartal 2026 angepeilt.
Die Zertifizierung und erste Auslieferung sollten dennoch "idealerweise" bis Ende 2027 gelingen. Nun zeigen externe Berichte, dass selbst dieser vorsichtige Fahrplan ins Wanken geraten könnte.
Regulatorische Nebenschauplätze häufen sich
Parallel zur Debatte um den Frachter meldeten sich gleich mehrere Luftfahrtbehörden zu Wort. Die US-Luftfahrtbehörde FAA erließ am 14. August eine Lufttüchtigkeitsanweisung für das neu zertifizierte Modell A321-271NY, nachdem Airbus zuvor ein entsprechendes Service-Bulletin veröffentlicht hatte.
Bereits am 6. August hatte die FAA eine Anweisung für bestimmte Hubschraubermodelle vom Typ AS350/EC130 erlassen – Auslöser waren Berichte über einen falsch montierten Motorflansch am Hauptgetriebe, die Anordnung wird zum 10. September wirksam.
Ende Juli kam zudem eine Anweisung für sämtliche A330-841 und A330-941 hinzu, nachdem Risse an einer Schrägrippe festgestellt worden waren; sie greift ab dem 3. September.
Solche Anordnungen sind im zivilen Luftfahrtgeschäft keine Seltenheit und betreffen meist überschaubare Nachrüst- oder Prüfmaßnahmen. Dennoch zeigen sie, wie eng die operative Aufmerksamkeit bei Airbus derzeit zwischen Wachstum und technischer Detailarbeit gespannt ist – während das Unternehmen gleichzeitig die Auslieferungsrate hochfahren will.
Auftragslage bleibt robust, Bewertung wird vorsichtiger
Operativ liefert Airbus weiterhin solide Zahlen. Im Juli wurden 67 Maschinen an 39 Kunden übergeben, womit sich die Auslieferungen seit Jahresbeginn auf 418 summieren – deutlich mehr als die 373 im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig gingen im Juli 204 Bruttobestellungen ein, darunter ein Großauftrag von SMBC Aviation Capital über 100 Maschinen der A320neo-Familie.
Trotz dieser operativen Stärke wird die Bewertung an den Märkten differenzierter betrachtet. Sadif Investment Analytics senkte am 12. August die Einstufung von "Buy" auf "Hold" und reduzierte das Kursziel von 228,14 auf 201,51 Euro. Auch automatisierte Fair-Value-Modelle passten ihre Schätzungen zuletzt leicht nach unten an, was auf eine insgesamt vorsichtigere Einschätzung der Lieferannahmen und kurzfristigen Katalysatoren hindeutet.
An der Börse zeigt sich die Aktie davon bislang wenig beeindruckt. Sie schloss am Donnerstag bei 213,00 Euro und damit nur 3,7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro, das sie im Januar erreicht hatte.
Zum 50-Tage-Durchschnitt von 190,41 Euro besteht weiterhin ein deutlicher Abstand von 12 Prozent – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Kursaufschwung trotz der Unsicherheiten rund um den A350F und die regulatorischen Anordnungen intakt bleibt.
Airbus-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Airbus-Analyse vom 14. August liefert die Antwort:
Die neusten Airbus-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Airbus-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Airbus: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
