Airbus Aktie: A350F absolviert Jungfernflug
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 19:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat heute den Jungfernflug seines neuen Frachtflugzeugs A350F absolviert. Mit dem Start der Maschine beginnt das Testprogramm für das Frachtmodell, das sich zuvor verzögert hatte. Am Aktienmarkt geriet das Papier am Dienstag unter Druck: Die Airbus-Aktie notiert bei 191,44 Euro und verliert im Tagesverlauf 1,5 Prozent.
Neunmonatiges Testprogramm vor Indienststellung
Mit dem erfolgreichen Jungfernflug leitet der Konzern eine neunmonatige Zertifizierungskampagne ein. Das Frachtflugzeug basiert auf der Großraumplattform des Unternehmens und soll nach Abschluss aller vorgeschriebenen Tests und Prüfungen im Jahr 2027 in den regulären Dienst gehen. Für das Frachtprogramm markiert das Erreichen dieses operativen Meilensteins einen wichtigen Schritt, nachdem der Zeitplan angepasst werden musste.
Das Management treibt damit die Erweiterung der Großraumflotte voran. Das Segment für Frachtmaschinen gilt als strategischer Baustein, um Fluggesellschaften und Logistikdienstleistern moderne Alternativen für den globalen Warentransport zur Verfügung zu stellen.
Verschiebungen bei der A320neo-Familie
Während das Frachtprogramm in die heiße Testphase geht, bewältigt das Unternehmen operative Verzögerungen im margenstarken Mittelstreckengeschäft. Am Montag berichtete Reuters, dass ein Beschichtungsmangel bei rund 500 Flugzeugen des Typs A321neo die Auslieferungen im September verlangsamt hat. Nach Angaben aus Branchenkreisen verschob sich die Übergabe von bis zu 20 Flugzeugen in das vierte Quartal.
Der Konzern hatte den Qualitätsmangel am Rumpf einer Charge dieser Jets zuvor bestätigt, betonte jedoch, dass die Flugsicherheit zu keinem Zeitpunkt gefährdet war und eine Nachbesserung bereitsteht.
Rund 250 der betroffenen Flugzeuge befinden sich im aktiven Flugbetrieb, während weitere 250 Maschinen in der Produktion stehen. Das Auslieferungsziel für das Gesamtjahr 2026 von rund 870 Flugzeugen behielt das Management trotz dieser operativen Hürden bei.
Zuversicht für die langfristige Nachfrage
Abseits der kurzfristigen Montageverzögerungen zeigt sich das Unternehmen hinsichtlich des globalen Bedarfs optimistisch. Laut Anand Stanley, President für die Region Asien-Pazifik, spürt der Hersteller trotz geopolitischer Spannungen und anhaltender Reibungen in den Zulieferketten keine Abschwächung der Nachfrage oder der Auslieferungen.
Weltweit prognostiziert das Management über einen Zeithorizont von 20 Jahren einen Bedarf von etwa 42.000 neuen Flugzeugen. Auf den Asien-Pazifik-Raum dürften nach Unternehmensschätzungen dabei rund 45 Prozent der weltweiten Bestellungen entfallen.
Um den Auftragsbestand abzuarbeiten und die avisierte Produktionsrate von 75 Flugzeugen pro Monat für die A320-Familie zu erreichen, baut der Konzern seine Kapazitäten kontinuierlich aus. Unter anderem wurde Mitte September das erste an der zweiten Endmontagelinie im chinesischen Tianjin gefertigte Flugzeug an China Eastern Airlines übergeben.
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