Airbus Aktie: 131 Festbestellungen in Farnborough
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 04:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Airbus hat im Juli 67 Flugzeuge an 39 Kunden übergeben und damit den Auslieferungsstand seit Jahresbeginn auf 418 Maschinen erhöht – deutlich mehr als die 373 Flugzeuge, die zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres ausgeliefert waren. Um das für 2026 ausgegebene Ziel von rund 870 Auslieferungen zu erreichen, muss der europäische Flugzeugbauer in den verbleibenden fünf Monaten des Jahres 452 weitere Maschinen liefern. Das entspricht einem monatlichen Durchschnitt von 90,4 Flugzeugen und liegt damit klar über dem bisherigen Jahresschnitt.
Rekordquartal stützt das Halbjahresergebnis
Rückenwind für dieses ambitionierte Tempo liefert das zweite Quartal, in dem Airbus mit 237 ausgelieferten Maschinen einen Rekord aufstellte. Für das erste Halbjahr 2026 meldete der Konzern einen Umsatzanstieg von 12 Prozent auf 33,2 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT kletterte um 23 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Der Konzernnettogewinn belief sich auf 2.243 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie stieg von 1,93 Euro im Vorjahreshalbjahr auf 2,84 Euro.
Der freie Mittelzufluss vor Kundenfinanzierung blieb mit minus 1.166 Millionen Euro zwar negativ, verbesserte sich gegenüber minus 1.610 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025 aber deutlich. Die Bruttokassenposition sank zum Ende des zweiten Quartals auf 23,4 Milliarden Euro, nach 27,2 Milliarden Euro zum Jahresende 2025, die Netto-Kassenposition ging von 12,2 auf 8,4 Milliarden Euro zurück. Airbus bekräftigte seine Jahresprognose unverändert: rund 870 Auslieferungen, ein bereinigtes EBIT von etwa 7,5 Milliarden Euro und ein freier Mittelzufluss vor Kundenfinanzierung von rund 4,5 Milliarden Euro.
Milliardenschwerer Rückkauf und ambitionierte Mittelfristziele
Bereits Ende Juli hatte Airbus für Aufsehen gesorgt: Der Aufsichtsrat billigte ein Aktienrückkaufprogramm über 5 Milliarden Euro, das über drei Jahre laufen und vom Management umgesetzt werden soll – vorbehaltlich fortlaufender Zustimmung der Aktionäre. Gleichzeitig stellte der Konzern neue Mittelfristziele vor: Bis 2029 soll der Kerngewinn auf 12 bis 13 Milliarden Euro steigen, nach 7,13 Milliarden Euro im vergangenen Jahr und deutlich über dem für 2026 avisierten Wert von 7,5 Milliarden Euro. Laut Reuters sprang die Aktie am Tag der Ankündigung im Pariser Handel um 7,1 Prozent nach oben – der größte Tagesgewinn seit dem 8. April.
Auftragsflut in Farnborough, Streik als Belastung
Auf der Farnborough International Airshow sicherte sich Airbus zwischen dem 20. und 24. Juli insgesamt 131 neue Festbestellungen. SMBC Aviation Capital orderte 100 Maschinen der A320neo-Familie, Riyadh Air stockte mit sechs weiteren A350-1000 auf, und China Eastern unterschrieb für 25 A330-900. Die saudische Fluggesellschaft flynas bestellte fünf A330-900 sowie 20 A321neo, während BermudAir als Kunde für zehn A220-300 genannt wurde. Zudem kündigte Airbus eine dreijährige Flugtestkampagne mit einem A321neo-Demonstrator an, um ausklappbare Flügelspitzen im Rahmen des Programms „Wing of Tomorrow“ zu erproben – ein Konzept für besonders lange, schlanke Tragflächen der nächsten Flugzeuggeneration.
Weniger erfreulich verlief der Juli am spanischen Standort Getafe bei Madrid: Rund 3.000 der etwa 9.000 Beschäftigten beteiligten sich an einem von der Gewerkschaft SIPA organisierten Streik, der den gesamten Monat andauerte. Laut Bloomberg verzögerte der Ausstand Inspektionen und technische Prüfungen, die für den Abschluss von Auslieferungen notwendig sind. Die größere Gewerkschaft CCOO hat zudem einen möglichen unbefristeten Arbeitskampf nach dem 7. September in Aussicht gestellt, sollte der Streit über eine aus Sicht der Beschäftigten zu niedrige, unter der Inflation liegende Lohnerhöhung nicht gelöst werden.
Aktie nahe Rekordniveau
An der Börse spiegelt sich die Kombination aus starkem Auftragseingang, bestätigter Prognose und Rückkaufprogramm in einem robusten Kursverlauf wider. Zum Schluss des vergangenen Freitags stand die Airbus-Aktie bei 214,05 Euro, nach einem Plus von 7,78 Prozent auf Monatssicht. Vom 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro, das die Aktie am 13. Januar erreichte, trennen das Papier damit noch rund 3,25 Prozent. Ob Airbus das ambitionierte Auslieferungstempo für die zweite Jahreshälfte tatsächlich hält, dürfte in den kommenden Monatsberichten der entscheidende Gradmesser für die Kursentwicklung bleiben.
Airbus-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Airbus-Analyse vom 10. August liefert die Antwort:
Die neusten Airbus-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Airbus-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Airbus: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
