Air Liquide Aktie: Absichtserklärung mit Gas Malaysia
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kooperation für Dekarbonisierung in Malaysia
Air Liquide treibt seine internationalen Initiativen im Bereich kohlenstoffarmer Gase voran. Die Konzerntochter Air Liquide Engineering & Construction unterzeichnete am Donnerstag eine Vereinbarung mit Gas Malaysia. Die Absichtserklärung wurde am Rande der Fachmesse Gastech in Bangkok geschlossen. Beide Partner wollen Vorhaben für kohlenstoffarmen Wasserstoff, Bio-LNG und die Kohlendioxid-Abnahme prüfen.
Die Kooperation stützt die Dekarbonisierungsstrategie von Gas Malaysia sowie den nationalen Energiewendeplan des südostasiatischen Staates. Gas-Malaysia-Chef Azli Mohamed betonte die geplante Erweiterung über die traditionelle Gasversorgung hinaus. Vor allem industrielle Abnehmer suchen im Zuge verschärfter Umweltauflagen nach verlässlichen Alternativen zu fossilen Energieträgern.
Air Liquide greift dabei auf eine bestehende industrielle Basis zurück. Der Konzern unterhält in Malaysia elf Standorte mit insgesamt acht Zylinderfüllzentren. Dieses Netz bietet eine funktionierende Plattform für die Verteilung neuer Energieträger.
Für den Industriegasekonzern besitzt die regionale Verankerung strategischen Wert. Lokale Partnerschaften federn Markteintrittsrisiken ab und sichern den Zugriff auf bestehende Leitungsnetze und Abnehmergruppen.
Jackow fordert weltweite Skalierung
Parallel zum Engagement in Asien fordert die Unternehmensspitze global deutlich mehr Dynamik. Am gestrigen Freitag betonte Konzernchef François Jackow auf dem Africa Green Hydrogen Summit in Südafrika die Dringlichkeit größerer Projekte. Als Co-Vorsitzender des Branchenbündnisses Hydrogen Council bezeichnete Jackow die Energiesicherheit infolge geopolitischer Krisen als unverzichtbare Priorität.
Weltweit beziffert das Bündnis die getätigten Investitionen in sauberen Wasserstoff bereits auf über 130 Milliarden Dollar. Nach Angaben der Organisation befinden sich 90 Prozent der rund 570 erfassten Vorhaben in der Bauphase oder bereits im Betrieb.
Die zunehmenden Spannungen auf den weltweiten Rohstoffmärkten beschleunigen diesen Trend. Großkunden fragen zunehmend dekarbonisierte Gase nach, um Versorgungsrisiken zu minimieren und langfristige Preisstabilität zu erreichen.
Kapazitätsausbau an europäischen Standorten
In Europa setzt Air Liquide den Ausbau der Produktionsinfrastruktur bereits operativ um. Im deutschen Oberhausen läuft seit mehr als zwei Jahren ein Elektrolyseur mit einer Leistung von 20 Megawatt. Bis Ende 2026 soll eine Anlage mit 200 Megawatt in der Normandie folgen.
Solche Großanlagen dienen der schrittweisen Dekarbonisierung energieintensiver Branchen wie der Chemie- und Stahlindustrie. Sie bilden den Kern der europäischen Strategie, industrielle Wertschöpfung mit ambitionierten Emissionszielen zu verbinden.
Für das Jahr 2027 hat das Management zudem ein weiteres Vorhaben ähnlicher Dimension im niederländischen Rotterdam terminiert. An den Finanzmärkten schloss die Aktie am Freitag bei 163,32 Euro, womit der Titel seit Jahresbeginn ein Kursplus von 12 Prozent verzeichnet.
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