Agree, Realty

Agree Realty Aktie: Qualität statt Tempo

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 16:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere AFFO-Prognose und Dividende treffen auf geringere Investitionen; die Ankaufsrendite legte im dritten Quartal zu.
Moderne, hochwertige Gewerbeimmobilie in warmem Licht als Symbol für langfristige Stabilität und Qualität. Illustration mit AI erstellt.

Agree Realty hat im dritten Quartal die Erwartungen übertroffen und die Gewinnprognose angehoben. Gleichzeitig dreht das Management bewusst an der Investitionsbremse. Die Aktie gab im frühen Handel dennoch nach.

Zahlen über den Erwartungen

Der Gewinn je Aktie lag bei 0,53 Dollar, erwartet worden waren 0,48 Dollar. Der Umsatz kletterte auf 213,88 Millionen Dollar und übertraf die Schätzungen leicht. Die operative Kennzahl AFFO je Aktie stieg um 4,9 Prozent auf 1,15 Dollar.

Die Vermietungsquote erreichte mit 99,8 Prozent einen Rekordwert. Bei auslaufenden Mietverträgen erzielte das Unternehmen rund 106 Prozent der bisherigen Miete, der höchste Wert seit sechs Quartalen.

Die Prognose für den AFFO je Aktie 2026 steigt auf 4,58 bis 4,59 Dollar. Der monatliche Dividendenbetrag wurde für Oktober auf 0,271 Dollar erhöht, das entspricht annualisiert 3,25 Dollar.

Weniger Volumen, höhere Renditen

Die Börse stieß sich an etwas anderem: Das Management senkte das Investitionsvolumen für 2026 auf rund 1,6 Milliarden Dollar. Konzernchef Joey Agree spricht von einem Wechsel „von Volumen zu Wert". Das Unternehmen verwirft schwächer rentierende Geschäfte und verhandelt Preise neu. Der Zinsanstieg am Anleihemarkt hat die Kapitalkosten erhöht.

Die Ankaufsrendite stieg im Quartal um 30 Basispunkte auf 7,3 Prozent. Für das vierte Quartal kündigte Agree einen weiteren deutlichen Anstieg an, im Gespräch mit Analysten fiel die Zahl von etwa 25 Basispunkten. Abgebrochene Geschäfte kosteten im dritten Quartal rund einen Cent je Aktie.

Verkäufe sollen dagegen zunehmen. Die Prognose für Veräußerungen wurde auf 100 bis 150 Millionen Dollar angehoben. Das Management setzt dabei auf steuerlich motivierte Käufer, die von Sonderabschreibungen profitieren.

Bilanz als Puffer

Die Liquidität beträgt etwa 2,0 Milliarden Dollar. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum wiederkehrenden EBITDA liegt pro forma bei 3,9, ohne noch nicht abgerufenes Eigenkapital bei 4,8. Im September platzierte das Unternehmen eine Zehnjahresanleihe über 400 Millionen Dollar mit einer effektiven Verzinsung von 5,36 Prozent, dank früherer Absicherungsgeschäfte. Wesentliche Schuldenfälligkeiten stehen erst 2028 an.

Für 2027 stellt das Management ein AFFO-Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht, ohne Annahmen zu Zinsen oder Aktienkurs zu ändern. Wells Fargo senkte zuletzt das Kursziel von 83 auf 79 Dollar, behielt aber die Einstufung „Overweight" bei.

Die Aktie schwankte zuletzt um 66 Dollar und notiert damit nahe dem 52-Wochen-Tief von 64,43 Dollar. Die Dividendenrendite liegt bei knapp 4,9 Prozent. Der Ausschüttungsanteil beträgt etwa 69 Prozent des AFFO, die Dividende ist also komfortabel gedeckt.

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