AG Growth International: Aktie springt nach Sanierungsplan
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 16:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit einem Bündel aus operativen Fortschritten, Sparmaßnahmen und Umschuldungsschritten geht AG Growth International die Sanierung seiner Bilanz an. Der kanadische Hersteller reagiert damit auf die anhaltend hohe Schuldenlast und sendet zugleich erste Lebenszeichen aus dem operativen Geschäft.
An der Börse lösten die Ankündigungen heute eine deutliche Gegenbewegung aus: Das Papier legte um 23 Prozent auf 7,63 CAD zu, nachdem es gestern noch bei 5,80 CAD ein neues 52-Wochen-Tief markiert hatte.
Immobilienverkäufe und Sparprogramm zur Schuldensenkung
Im Mittelpunkt des strategischen Plans stehen deutliche Kostensenkungen sowie der Verkauf von Vermögenswerten. Das Unternehmen erwartet jährliche Einsparungen von über 30 Millionen Dollar. Parallel dazu wurden überschüssige Immobilien im Wert von rund 50 Millionen Dollar für Veräußerungen identifiziert. Diese Transaktionen sollen bis Ende 2026 sowie im ersten Halbjahr 2027 abgewickelt werden.
Die daraus resultierenden Erlöse beabsichtigt die Unternehmensführung vorrangig für die Tilgung von Verbindlichkeiten einzusetzen. Die Sanierungsbemühungen treffen auf eine Phase operativer Stabilisierung. Wie das Management heute mitteilte, verzeichnet der Konzern stärkere Auftragseingänge im Farm-Bereich sowie eine wachsende Angebotsaktivität im kommerziellen Geschäft.
Entspannung bei Kreditlinien und Refinanzierung der Anleihen
Auf der Finanzierungsseite hat sich AG Growth International zusätzlichen Handlungsspielraum gesichert. Bei der anstehenden Fälligkeit von Schuldverschreibungen strebt das Unternehmen jedoch Zugeständnisse an.
Ausstehende Schuldverschreibungen im Volumen von 85 Millionen Dollar, die regulär am 31. Dezember 2026 fällig würden, sollen bis zum 31. Dezember 2030 verlängert werden. Um die Gläubiger von diesem Schritt zu überzeugen, schlägt der Konzern eine Anhebung des Zinssatzes von 5,25 Prozent auf 9 Prozent vor.
Strategische Prüfung unter Bankenbegleitung
Darüber hinaus evaluiert das Management Lösungen für die im Jahr 2027 fälligen Wandelanleihen.
Die Neuausrichtung markiert einen Wendepunkt nach Monaten massiver Verluste für die Aktionäre. Ob der Schuldenabbauplan den Abwärtstrend nachhaltig stoppen kann, hängt nun maßgeblich von der Zustimmung der Gläubiger im Oktober und den Fortschritten bei den geplanten Verkäufen ab.
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