AG Growth International Aktie: Gläubiger stimmen Anleihe-Verlängerung zu
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 17:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deAG Growth International hat heute die Zustimmung seiner Anleihegläubiger zu einer Laufzeitverlängerung erhalten. Die Änderungen betreffen Schuldverschreibungen über 85 Mio. CAD: Ihre Fälligkeit soll sich vom 31. Dezember 2026 auf den 31. Dezember 2030 verschieben. Damit nimmt das Unternehmen eine wichtige Hürde bei der Neuordnung seiner Finanzierung. Die Genehmigung der TSX steht allerdings noch aus.
Für Aktionäre bedeutet der Beschluss vor allem zusätzlichen zeitlichen Spielraum beim Schuldenabbau. Diesen erkauft sich AG Growth mit höheren Zinsen und Einschränkungen bei vorzeitigen Rückkäufen. Die Aktie legt heute um 21% zu.
Zustimmung mit klarer Mehrheit
Nach Angaben von AG Growth stimmten 74,93% der vertretenen stimmberechtigten Anleihesumme für die Änderungen. Erforderlich waren 66?%. Bei der Abstimmung war gut die Hälfte des ausstehenden Volumens vertreten.
Die Zustimmung macht aus dem vor rund einem Monat angekündigten Verlängerungsvorschlag einen von den Gläubigern gebilligten Finanzierungsschritt. Vollständig umgesetzt ist er noch nicht: Die ergänzende Urkunde soll voraussichtlich um den 30. Oktober wirksam werden. Auch dieser Schritt steht unter dem Vorbehalt der Börsengenehmigung.
Die Gläubiger erhalten für die längere Kapitalbindung eine deutlich höhere Verzinsung. Bis einschließlich 30. Dezember 2026 bleibt der Zins bei 5,25%.
Ab dem folgenden Tag steigt der Kupon auf 9% und gilt bis zur neuen Fälligkeit. Die Verlängerung entlastet damit den kurzfristigen Rückzahlungsbedarf, erhöht aber die laufenden Finanzierungskosten dieser Schuldverschreibungen.
Vorzeitiger Rückkauf bleibt eingeschränkt
Auch die Möglichkeiten zur vorzeitigen Rückzahlung werden enger gefasst. Zwischen dem 31. Dezember 2026 und dem 31. Dezember 2028 ist ein Rückkauf durch AG Growth ausgeschlossen.
Damit kann das Unternehmen die teurere Finanzierung in dieser Phase nicht ohne Weiteres durch einen Rückkauf beenden. Für einen Kontrollwechsel gelten gesonderte Bedingungen.
Ab dem 31. Dezember 2028 bis vor dem 31. Dezember 2029 ist ein Rückkauf zu 104,5% des Nennwerts zuzüglich aufgelaufener Zinsen möglich.
Danach entfällt der Aufschlag: Bis vor dem 31. Dezember 2030 kann AG Growth die Papiere zum Nennwert zuzüglich aufgelaufener Zinsen zurückkaufen.
Bei einem Kontrollwechsel in der zuvor genannten Sperrphase ist ein Rückkauf zu 104,5% möglich. Hinzu kommen aufgelaufene Zinsen sowie die bis zum 31. Dezember 2028 anfallenden Zinsen. Die Sonderregelung sichert den Gläubigern damit auch bei einem solchen Ereignis eine zusätzliche Vergütung.
Weitere Schulden bleiben auf der Agenda
Die strategische Prüfung läuft weiter. AG Growth untersucht außerdem die Behandlung der 2027 fälligen Wandelanleihen. Die Erleichterungen bei den Kreditauflagen gelten bis zum zweiten Quartal 2027.
Der heutige Beschluss löst somit nicht sämtliche Finanzierungsfragen. Für den weiteren Schuldenabbau setzt das Unternehmen neben intern erwirtschafteten Mitteln auf Kostensenkungen und Immobilienverwertungen.
AG Growth erwartet jährliche Einsparungen von über 30 Mio. CAD. Zudem hat das Unternehmen Möglichkeiten zur Immobilienverwertung von rund 50 Mio. CAD identifiziert. Diese Beträge sind erwartete Einsparungen beziehungsweise mögliche Verwertungserlöse, keine bereits realisierten Mittelzuflüsse.
Für Anleger liegt der Fortschritt deshalb in der gebilligten zeitlichen Entlastung. Ob daraus eine dauerhaft tragfähigere Finanzierung entsteht, hängt auch von der Umsetzung der Einsparungen, den Immobilienerlösen und der Lösung für die weiteren Fälligkeiten ab.
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