Afya Aktie: Nasdaq-Aus fix
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 07:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Afya verschwindet von der Nasdaq. Das brasilianische Medizinbildungsunternehmen hat mit dem Konkurrenten Yduqs Participações eine bindende Fusionsvereinbarung unterzeichnet – und besiegelt damit den Rückzug von der US-Börse zugunsten einer alleinigen Notierung an der brasilianischen B3.
Der Zusammenschluss bringt zwei der größten Hochschulanbieter Brasiliens zusammen. Afya gilt als führende Gruppe für medizinische Ausbildung, Yduqs deckt zusätzlich Wirtschaft, Recht und Naturwissenschaften ab. Nach Vollzug der Transaktion soll ein Unternehmen mit mehr als 900.000 Studierenden entstehen, davon 40.000 allein im Studiengang Medizin.
Afya-Aktionäre bekommen Yduqs-Papiere
Technisch verschmilzt Afya auf Yduqs, das als überlebende Gesellschaft fortbesteht und zur Holding der neuen Gruppe wird. Für jede Afya-Aktie erhalten Anteilseigner 6,408347 neue Yduqs-Aktien. Aus dem Tauschverhältnis ergibt sich eine Aufteilung von 69,0 Prozent für bisherige Afya-Aktionäre und 31,0 Prozent für Yduqs-Aktionäre am fusionierten Unternehmen.
Mehrheitseigner Bertelsmann, der Afya seit einer Übernahme 2022 kontrolliert, kommt dadurch auf einen Anteil von 47,4 Prozent an der neuen Gesellschaft. Der Medienkonzern erhält zudem das Recht, die Mehrheit im künftig bis zu 13-köpfigen Board zu besetzen. Chairman wird Bertelsmann-Manager Kay Krafft, während der bisherige Afya-Chef Virgilio Gibbon den CEO-Posten der fusionierten Gruppe übernimmt.
Nicht US-berechtigte Afya-Aktionäre – solche ohne Status als qualifizierter institutioneller Käufer oder vergleichbare Zulassung – erhalten keine Aktien der neuen Gesellschaft. Stattdessen sollen ihre Anteile nach Vollzug über die B3 verkauft und der Nettoerlös ausgezahlt werden, abhängig vom dann geltenden Kurs.
Kartellamt und Hauptversammlungen müssen zustimmen
Die Transaktion steht noch unter Vorbehalt: Sowohl die Kartellbehörde in Brasilien als auch die Hauptversammlungen beider Unternehmen müssen zustimmen. Bertelsmann hat sich zusammen mit weiteren Großaktionären von Yduqs bereits per Stimmrechtsvereinbarung verpflichtet, für den Deal zu stimmen.
Für den Fall eines Scheiterns wegen Vertragsverletzungen sind Break-up-Fees vorgesehen – vor der Zustimmung der Hauptversammlungen bis zu 325 Millionen Real, danach bis zu 650 Millionen Real. Kein Ausgleich fällt hingegen an, sollten die Aktionäre die Fusion schlicht ablehnen, ohne dass eine Vertragsverletzung vorliegt.
Der Vollzug der Transaktion soll spätestens bis zum 31. März 2028 erfolgen. Für Bertelsmann-Chef Thomas Rabe entsteht damit "eines der größten brasilianischen Bildungsunternehmen" mit einem Gesamtumsatz von 1,6 Milliarden Euro – und eine dritte tragende Säule neben Medien und Dienstleistungen im Konzernportfolio.
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