Aflac, Aktie

Aflac Aktie: Japan Post verkauft nach Handelsplan

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 05:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Japan Post veräußerte Aflac-Anteile planmäßig; Analysten erwarten für das dritte Quartal einen niedrigeren bereinigten Gewinn je Aktie.
AFLAC Inc. black-and-white reportage of administrative insurance call center operations, ISIN US0010551028 Illustration mit AI erstellt.

Die jüngsten Aktienverkäufe von Japan Post Holdings bei Aflac erfolgten nach einem vorab vereinbarten Handelsplan. Das geht aus der gestern gemeldeten Transaktion hervor. Damit steht hinter dem Verkauf keine kurzfristig angesetzte Einzelorder. Für Anleger rücken zugleich die verhaltenen Gewinnerwartungen vor den nächsten Quartalszahlen in den Mittelpunkt.

Verkauf nach festgelegtem Plan

Japan Post Holdings veräußerte am Donnerstag insgesamt 113.611 Aflac-Aktien für rund 13,47 Millionen US-Dollar. Die gestern eingereichte Meldung auf dem SEC-Formular 4 ordnet die Transaktion einem Rule-10b5-1-Plan zu.

Der vereinbarte Ablauf ist für die Einordnung wichtig. Aus dieser Transaktion allein lässt sich keine neue Einschätzung des Großaktionärs zur bevorstehenden Ergebnisvorlage ableiten. Der Verkauf sollte deshalb nicht mit einer operativen Nachricht von Aflac gleichgesetzt werden.

Nach der Transaktion hielt Japan Post Holdings indirekt noch 50.134.329 Aktien. Die Papiere liegen bei J&A Alliance Holdings als Treuhänder des J&A Alliance Trust. Japan Post ist dessen alleiniger Stifter und Begünstigter.

Analysten bleiben überwiegend zurückhaltend

Während der Großaktionär seinen Handelsplan umsetzt, überwiegen bei den Analysten Halteempfehlungen. Wolfe Research urteilt skeptischer: Das Haus bewertet Aflac mit „Underperform“ und nennt ein Kursziel von 103 US-Dollar.

Als Belastungsfaktor sieht Wolfe Research ein nachlassendes Wachstum im japanischen Geschäft mit sogenannten Drittbereichsversicherungen. Diese operative Sorge ist von der Aktienveräußerung zu trennen: Sie betrifft die Geschäftsentwicklung und nicht den Ablauf eines festgelegten Verkaufsplans.

Einen Gegenpunkt liefert die Bonitätsbewertung. AM Best bestätigte Aflacs Finanzstärkerating von A+ sowie die zugehörigen Kreditratings mit stabilem Ausblick. Die zurückhaltende Aktienbewertung und die bestätigte Finanzstärke betreffen damit unterschiedliche Aspekte des Unternehmens.

Gewinnrückgang für das nächste Quartal erwartet

Aflac soll seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 4. November nach Börsenschluss veröffentlichen. Medienberichten zufolge rechnen Analysten mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,79 US-Dollar. Das entspräche einem Rückgang um 28,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Die Erwartung ist allerdings noch kein Ergebnis. Aflac übertraf die Gewinnschätzungen in drei der vergangenen vier Quartale. Entscheidend wird deshalb sein, wie das tatsächliche Ergebnis gegenüber der bereits vorsichtigen Messlatte ausfällt. Für die fundamentale Einordnung liefert die Zahlenvorlage damit den nächsten konkreten Prüfpunkt – unabhängig von den planmäßigen Verkäufen des Großaktionärs.

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