AeroVironment Aktie: Produktion in Griechenland ab 2028
Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 02:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Rüstungskonzern AeroVironment treibt seine Internationalisierung voran und positioniert sich gleichzeitig als Profiteur einer verschärften US-Handelspolitik. Durch die Gründung eines neuen Gemeinschaftsunternehmens in Griechenland will der Spezialist für unbemannte Flugsysteme den europäischen Markt direkt vor Ort bedienen. Parallel dazu sorgen neue Einfuhrzölle der US-Regierung für einen Wettbewerbsvorteil auf dem heimischen Markt.
Produktion in Griechenland ab 2028
Gestern gab AeroVironment die Gründung des Joint Ventures AV Eagle bekannt. Partner bei diesem Vorhaben ist das in Athen ansässige Unternehmen Eyeonix SA.
AeroVironment wird die Mehrheit an dem neuen Unternehmen halten, das sich auf die Produktion unbemannter Luftfahrzeuge (UAS), sogenannter Loitering Munition sowie Abwehrsysteme gegen Drohnen (C-UAS) konzentriert. Die lokale Fertigung in Europa soll den spezifischen Anforderungen regionaler Verteidigungsministerien besser gerecht werden.
Der operative Betrieb des Joint Ventures ist bereits für das Geschäftsjahr 2027 vorgesehen, während die eigentliche Produktion im Jahr 2028 anlaufen soll. Dabei kooperiert das Unternehmen auch mit dem Hellenic Center for Defence Innovation.
Ziel ist es, eine industrielle Präsenz in der Europäischen Union aufzubauen, um die wachsende Nachfrage nach taktischen Drohnensystemen direkt bedienen zu können. In der Vergangenheit hatte AeroVironment bereits durch strategische Kooperationen, etwa mit Applied Intuition vor gut drei Wochen, seine Ambitionen im Bereich autonomer Systeme unterstrichen.
Regulatorischer Rückenwind durch Drohnen-Zölle
Zusätzlich zur globalen Expansion profitiert AeroVironment von einer neuen Handelspolitik in den USA. Am 13. August unterzeichnete die US-Regierung neue Zollbestimmungen für den Import von Drohnen. Diese sehen einen Zollsatz von 100 Prozent für schwere militärische Drohnen vor, die mehr als 25 Kilogramm wiegen oder über Wärmebildtechnik verfügen. Kleinere Drohnen werden mit einem Aufschlag von 25 Prozent belegt.
Diese Maßnahmen, deren Kernregelungen am 3. September in Kraft treten, erschweren den Marktzugang für ausländische Wettbewerber erheblich. Während Komponenten-Zölle erst im Februar 2027 wirksam werden, verschaffen die unmittelbaren Aufschläge auf Komplettsysteme US-Herstellern wie AeroVironment einen deutlichen preislichen Vorteil.
Das Unternehmen, das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2026 einen Rekordumsatz von 1,98 Milliarden Dollar erzielte, kann so seine Marktanteile im Inland gegen preiswerte Importe absichern.
Ambitionierte Wachstumsziele bis 2030
Die Unternehmensführung verfolgt einen langfristigen Wachstumsplan. Bis zum Geschäftsjahr 2030 strebt AeroVironment einen Jahresumsatz in einer Spanne von 3,5 bis 4,0 Milliarden Dollar an. Dies entspräche einer jährlichen Wachstumsrate von etwa 15 bis 20 Prozent. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist das Segment für autonome Systeme, das zuletzt bereits einen Umsatzbeitrag von 1,3 Milliarden Dollar leistete.
Trotz der operativen Fortschritte und der Expansionspläne spiegelt die aktuelle Bewertung die Volatilität des Sektors wider. Am Freitag schloss das Papier im deutschen Handel bei 137,20 Euro.
Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein Minus von 36 Prozent. Damit notiert der Wert aktuell rund 62 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 359,50 Euro, das im Oktober des vergangenen Jahres markiert wurde. Die neue Präsenz in Europa und die geschützten Marktanteile in den USA bilden nun das Fundament, um die gesetzten Umsatzziele für die kommenden Jahre zu erreichen.
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