Aeromexico Aktie: Rekordumsatz, Kerosin-Dämpfer
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 17:47 Uhr | Redaktion boerse-global.deRekordumsatz, solide Marge, trotzdem Kursverluste: Aeromexico hat im dritten Quartal geliefert, doch der Blick aufs Schlussquartal drückt die Stimmung. Die Aktie gab nach den Zahlen um gut sechs Prozent auf 14,90 Dollar nach.
Rekord trotz teurem Sprit
Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 1,62 Milliarden Dollar, so viel wie nie in einem Quartal. Die operative Marge lag bei 12 Prozent, der bereinigte EBITDAR-Gewinn bei 389 Millionen Dollar. Getragen wurde das Wachstum vor allem vom internationalen Geschäft, dessen Erlöse um 17,4 Prozent zulegten. Die Kapazität stieg nur um rund ein Prozent.
Der Kerosinpreis war der Gegenspieler: Die Treibstoffkosten sprangen um fast 58 Prozent, im Schnitt zahlte die Airline knapp vier Dollar je Gallone nach 2,50 Dollar im Vorjahr. Höhere Ticketpreise glichen das laut Management mehr als aus. Löhne, Inflation und der starke Peso belasteten dennoch die Kosten außerhalb des Treibstoffs, die um knapp zehn Prozent stiegen.
Die Bilanz bleibt stabil. Die Barmittel liegen bei 965 Millionen Dollar, die Gesamtliquidität bei 1,2 Milliarden Dollar. Der Konzern tilgte weiter Schulden und erhöhte seine revolvierende Kreditlinie auf 250 Millionen Dollar.
Schwächerer Schlussspurt erwartet
Die Aktie reagierte auf den Ausblick. Für das vierte Quartal rechnet Aeromexico mit einem Kerosinpreis von rund 4,50 Dollar je Gallone, deutlich über früheren Annahmen. Die operative Marge soll nur noch zwischen 7,5 und 9,5 Prozent liegen. Der Umsatz dürfte um 14 bis 16 Prozent wachsen. Der starke Peso kostet dabei etwa zwei Prozentpunkte, wie das Management erklärte.
Für das Gesamtjahr peilt der Konzern eine operative Marge von 8,5 bis 9,5 Prozent an. Zusätzliche Preisaufschläge zur Weitergabe der Spritkosten sind in der Prognose nach Firmenangaben kaum enthalten. Sie könnten also Spielraum nach oben schaffen.
US-Geschäft als Hoffnungsträger
Rückenwind kommt aus Washington. Die US-Verkehrsbehörde hob eine Anordnung auf, die den Ausbau von Verbindungen zwischen Mexiko-Stadt und den USA beschränkt hatte. Neue US-Strecken sollen aber erst Anfang 2027 kommen.
Ein Risiko bleibt die laufende Prüfung der US-Luftfahrtbehörde FAA. Sie hat bei der mexikanischen Aufsicht knapp zwei Dutzend Mängel festgestellt. Mexiko will die Behörde mit mehr Geld und 100 zusätzlichen Beschäftigten stärken. Eine Herabstufung auf Kategorie 2 könnte nach mexikanischem Zeitplan frühestens im Februar erfolgen. Sie würde den Ausbau im wichtigsten Auslandsmarkt bremsen. Die FAA will im Dezember erneut prüfen.
Für 2027 plant Aeromexico neue Routen von Mexiko-Stadt nach Mailand und von Guadalajara nach Paris, dazu Nassau und Montego Bay.
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