Aeffe Aktie: Rettungsplan über 100 Millionen Euro
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 12:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Für das angeschlagene italienische Modeunternehmen zeichnet sich ein Rettungsplan ab. Bei einem Treffen im italienischen Ministerium für Unternehmen und Made in Italy (Mimit) wurde ein Vorhaben zur Neuausrichtung vorgestellt, dessen Volumen mehr als 100 Millionen Euro umfasst. An der Börse löste die Aussicht auf eine Sanierung deutliche Kursgewinne aus: Das Papier legte heute um 13 Prozent auf 0,1495 Euro zu.
Konsortium zielt auf Gesamtübernahme
Hinter dem Vorstoß steht eine Investorengruppe, an der sich neben der staatlichen Förderagentur Invitalia und der Beteiligungsgesellschaft Oxy Capital auch ein italienischer Industrieinvestor sowie ein chinesischer Partner beteiligen. Das Konsortium strebt den vollständigen Erwerb des Geschäftsbetriebs an. Das erklärte Ziel der Verhandlungsparteien besteht darin, mehr als 700 Arbeitsplätze im Unternehmen zu sichern.
Im Rahmen dieser Restrukturierungspläne könnte der chinesische Partner eine exklusive Lizenz für die Marke Moschino in China erhalten. Wie gestern bekannt wurde, signalisierte auch die Gründerfamilie Ferretti Bereitschaft, die geplante Transaktion zu unterstützen.
Der ausgearbeitete Sanierungsplan soll in der ersten Oktoberwoche offiziell vorgelegt werden. Das Ministerium hat für den 4. November ein Folgetreffen mit den Beteiligten angesetzt, um die weiteren Schritte abzustimmen.
Verschobene Bilanzen und juristischer Zeitdruck
Die geplante Rettung erfolgt vor dem Hintergrund eines akuten Sanierungsdrucks. Das Unternehmen befindet sich in einem Verhandlungsverfahren zur Krisenbeilegung.
Bereits am 22. September hatte das Gericht in Bologna Anträge von Aeffe sowie der Tochtergesellschaft Pollini auf vorläufige Schutzmaßnahmen zum Erhalt der Vermögenswerte abgewiesen. Daraufhin prüften beide Gesellschaften formelle Schritte für den Zugang zu einem regulären Krisenlösungsverfahren, wobei eine Einreichung bis Ende Oktober angestrebt wurde.
Aufgrund des laufenden Restrukturierungsprozesses vertagte das Management die Billigung der Jahresabschlüsse für 2025 sowie des Halbjahresberichts für die ersten sechs Monate bis zum 30. Juni 2026. Der Finanzkalender wurde entsprechend angepasst: Die Vorstandssitzung zur Vorlage der Zwischenergebnisse ist für den 15. Oktober 2026 geplant, gefolgt von der Hauptversammlung am 19. November 2026. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die Vereinbarungen mit den Investoren wie vorgesehen umgesetzt werden können.
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