Adtran, Aktie

Adtran Aktie: Rosenblatt wird skeptisch

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 22:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rosenblatt stuft Adtran auf Neutral herab; Umsatz, Margenbelastungen und verzögerte Wachstumstreiber prägen die Einschätzung.
Abstrakte Darstellung moderner Glasfaser-Netzwerkinfrastruktur mit kühler, stimmungsvoller Beleuchtung in einem Serverraum. Illustration mit AI erstellt.

Starke Zahlen sehen anders aus: Kurz nach den Quartalszahlen stuft Rosenblatt Adtran von "Buy" auf "Neutral" ab. Das Kursziel liegt bei 6,25 Dollar, die Aktie notiert bei rund 5,05 Dollar. Die Begründung: zu viel klassisches Telco-Geschäft, zu wenig KI-Anteil.

Zahlen im Rahmen, Umsatz leicht darunter

Im dritten Quartal setzte Adtran 281,2 Millionen Dollar um, ein Plus von 0,6 Prozent zum Vorjahr. Das lag knapp unter der Mitte der eigenen Prognosespanne. Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 0,09 Dollar und übertraf damit die Erwartung von 0,04 Dollar. Nach GAAP bleibt jedoch ein Verlust von 0,10 Dollar je Aktie.

Auch die Marge wirft Fragen auf. Die bereinigte Bruttomarge von 42,1 Prozent enthält einen Effekt von rund 200 Basispunkten aus Rückerstattungen im Zusammenhang mit IEEPA-Zöllen. Der operative Cashflow war im Quartal mit minus 24,5 Millionen Dollar negativ. Die liquiden Mittel beliefen sich auf 71,7 Millionen Dollar.

Konzernchef Tom Stanton verwies auf ein schwieriges Lieferumfeld, sieht aber Wachstum bei optischen Netzen und Hyperscale-Kunden. Für das vierte Quartal peilt Adtran einen Umsatz zwischen 272 und 292 Millionen Dollar an. Die bereinigte operative Marge soll bei 1 bis 5 Prozent liegen.

Rosenblatt: Umsetzung holpert

Genau diese Margenspanne stört die Analysten. Rosenblatt spricht von ungleichmäßiger Umsetzung. Erwartete Immobilien- und Nicht-Kernverkäufe seien bislang ausgeblieben. Die Aktie hat in sechs Monaten rund 66 Prozent verloren.

Das Kursziel entspricht etwa dem Zehnfachen des erwarteten Gewinns je Aktie für 2027 von 0,62 Dollar. Die Abstufung hängt laut Rosenblatt nicht an der Verschiebung der Ausgaben beim größten Kunden. Dort rechnet das Management nun erst im ersten Quartal 2027 mit Normalisierung statt im vierten Quartal 2026. Eine Verzögerung um ein Quartal allein hätte das Rating nicht gekippt.

Wachstumstreiber sieht das Haus durchaus: den Ersatz europäischer Hochrisiko-Anbieter, Rechenzentrumsverbindungen für Hyperscaler sowie die neuen Produkte LPO und MicroMux. Die meisten davon greifen allerdings erst 2027 und 2028, zeitlich unsicher. Lieferengpässe und steigende Kosten belasten derweil die Margen.

Nächste Termine

Management und Analysten treffen sich bald wieder: Adtran präsentiert sich am 17. November auf der Craig-Hallum Alpha Select Conference in New York und am 12. Januar 2027 auf der Needham Growth Conference. Dort dürfte sich zeigen, ob die Firma die Margenskepsis mit konkreten Zahlen zu den Hyperscaler-Projekten entkräften kann.

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