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Adobe Aktie: Übernahme von Topaz Labs vereinbart

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Adobe steigert den Quartalsumsatz auf 6,76 Milliarden US-Dollar, vereinbart den Topaz-Labs-Kauf und stellt einen vorsichtigen Q4-Ausblick vor.

Grafikdesigner arbeitet an Wacom-Tablet mit Monitoren – Adobe Inc. US00724F1012
Adobe Inc. Kreativsoftware-Unternehmen US00724F1012 zeigt Grafikdesigner am professionellen Wacom-Tablet mit großen Monitoren Illustration mit AI erstellt.

Adobe hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen neuen Rekordumsatz erzielt und treibt seine Expansion im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) durch eine strategische Übernahme voran. Das Unternehmen gab bekannt, sich mit dem Spezialisten Topaz Labs auf eine Übernahme geeinigt zu haben, um die eigenen KI-gestützten Fotobearbeitungs-Tools weiter zu stärken.

Trotz der starken operativen Zahlen und eines massiven Aktienrückkaufprogramms reagierten Investoren verhalten auf den Ausblick für das vierte Quartal, der am unteren Ende der Markterwartungen blieb.

KI-Wachstum und strategische Zukäufe

Im abgelaufenen dritten Quartal steigerte Adobe den Umsatz um 13 Prozent auf den Rekordwert von 6,76 Milliarden US-Dollar. Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment der KI-basierten Dienste.

Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) für "AI-first"-Produkte überschritt die Marke von 650 Millionen US-Dollar, was einem Zuwachs von 150 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Laut Berichten von Trefis stieg die Zahl der aktiven Nutzer im Freemium-Bereich um 70 Prozent auf über 100 Millionen.

Mit der vereinbarten Übernahme von Topaz Labs will Adobe seine Führungsposition bei KI-basierten Bildbearbeitungs-Workflows festigen. Parallel dazu wurde das Tool Creative Cloud Express veröffentlicht, das als Nachfolger von Adobe Spark fungiert und eine Bibliothek mit über 175 Millionen lizenzierten Bildern integriert.

Dennoch zeigen sich in der Bilanz auch Schattenseiten: Der Netto-Neu-ARR, eine wichtige Kennzahl für das Wachstum des Neugeschäfts, lag um rund 36 bis 37 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Finanzkraft und massives Aktienrückkaufprogramm

Das Unternehmen generierte im dritten Quartal einen operativen Cashflow von 2,52 Milliarden US-Dollar. Diese finanzielle Stabilität nutzt der Softwarekonzern konsequent für die Kurspflege. Im Berichtszeitraum kaufte Adobe rund 9,5 Millionen eigene Aktien zurück. Für künftige Rückkäufe steht laut Unternehmensangaben noch ein Restbudget von 24,55 Milliarden US-Dollar zur Verfügung.

Anleger zeigen sich jedoch skeptisch, ob diese Maßnahmen ausreichen, um den langfristigen Abwärtstrend zu brechen. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits 26 Prozent an Wert verloren.

Aktuell notiert die Aktie bei 222,30 € und liegt damit 29 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom September 2025. Jim Cramer von „Mad Money“ bezeichnete die Aktie jüngst als potenziellen Kandidaten für einen Short Squeeze, da das Short Interest bei rund 4,38 Prozent des Streubesitzes liegt.

Führungswechsel und vorsichtiger Ausblick

Für das vierte Quartal prognostiziert das Management einen Umsatz zwischen 6,80 und 6,85 Milliarden US-Dollar. Medienberichten zufolge liegt dieser Mittelwert leicht unter den Konsensschätzungen der Analysten von rund 6,85 Milliarden US-Dollar. Dies sowie ein Rückgang der verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO), deren Wachstum sich von 13 Prozent im Vorquartal auf nun 8 Prozent verlangsamte, dämpften die Marktstimmung am heutigen Mittwoch.

Ein bedeutender Umbruch steht zudem an der Unternehmensspitze bevor. Zum 1. Dezember wird Anil Chakravarthy den Posten des CEO übernehmen. Der langjährige Chef Shantanu Narayen wechselt zeitgleich in die Rolle des Executive Chairman.

Chakravarthy übernimmt ein Unternehmen, das sich inmitten einer tiefgreifenden Transformation hin zu agentischer KI befindet. Analysten erwarten bis zum Jahr 2029 eine Fortsetzung des moderaten Wachstums mit einem jährlichen Umsatzplus von durchschnittlich 9,2 Prozent.

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