Adobe, Aktie

Adobe Aktie: Guter Ausblick reicht nicht

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 22:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Adobe übertrifft im dritten Quartal die Prognosen, doch schwächere Auftragsperspektiven und der Führungswechsel belasten die Aktie nachbörslich.

Grafikdesigner arbeitet an Wacom-Tablet mit Monitoren – Adobe Inc. US00724F1012
Adobe Inc. Kreativsoftware-Unternehmen US00724F1012 zeigt Grafikdesigner am professionellen Wacom-Tablet mit großen Monitoren Illustration mit AI erstellt.

Adobe hat im dritten Quartal die Erwartungen übertroffen — und die Aktie gab trotzdem nachbörslich nach. Ein Muster, das sich bei dem Softwarekonzern nun schon zum dritten Mal in Folge wiederholt.

Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 6,76 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 6,13 Dollar über der Konsensschätzung von 6,08 Dollar. Beide Werte lagen damit über den Erwartungen. Anleger reagierten dennoch verhalten und schickten die Aktie im nachbörslichen Handel um rund zwei Prozent nach unten.

Der Ausblick bremst die Euphorie

Der Grund liegt im Blick nach vorn. Für das Schlussquartal stellt das Management Erlöse zwischen 6,80 und 6,85 Milliarden Dollar in Aussicht — der Konsens lag mit 6,85 Milliarden Dollar am oberen Rand dieser Spanne. Hinzu kommt ein schwächerer Wert bei den vertraglich gesicherten künftigen Erlösen: Die Remaining Performance Obligations blieben mit 22,16 Milliarden Dollar hinter den erwarteten 22,72 Milliarden Dollar zurück.

Diese Kennzahl gilt als Frühindikator für künftiges Wachstum. Bleibt sie hinter den Erwartungen zurück, deutet das auf eine schwächere Nachfrage-Pipeline hin — genau der Punkt, an dem sich die Skepsis der vergangenen Monate festmacht.

Ein bekanntes Problem

Der eigentliche Streitpunkt bei Adobe ist der Umbau des Kreativgeschäfts hin zu kostenlosen Einstiegsprodukten. Die Nutzerzahlen in diesem Bereich wachsen kräftig, die Umwandlung in zahlende Kunden bislang schleppender als erhofft. Parallel dazu steckt der Konzern in einem Führungswechsel: Anil Chakravarthy übernimmt zum 1. Dezember den Chefposten von Shantanu Narayen, der Finanzvorstand ist seit Juni vakant.

Die Aktie kommt aus einem schwierigen Umfeld. Nach Kursverlusten in den vergangenen beiden Jahren notiert das Papier auch 2026 deutlich im Minus. Analysten bewerten die Lage uneinheitlich — Bank of America stuft mittlerweile auf "Underperform", während Morgan Stanley bei einem Kursziel von 240 Dollar auf "Underweight" setzt.

Zum Vergleich fällt Oracle in der gleichen Berichtsnacht deutlich positiver auf: Dank kräftigen Wachstums im Cloud-Geschäft legte die Aktie nachbörslich rund acht Prozent zu. Für Adobe bleibt die Kernfrage, ob sich die schwächeren Auftragsbestände als vorübergehende Delle erweisen oder als Zeichen einer strukturellen Wachstumsverlangsamung. Der nächste Beleg dafür kommt frühestens mit den Zahlen zum Schlussquartal des Geschäftsjahres.

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