Adobe Aktie: Chakravarthy wird neuer CEO
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Softwarekonzern Adobe hat für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 28. August endete, einen neuen Umsatzrekord aufgestellt. Trotz der positiven Geschäftszahlen und deutlicher Zuwächse im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) reagierten Anleger und Analysten verhalten auf die Prognosen für das kommende Schlussquartal. Parallel dazu kündigte das Unternehmen einen Wechsel an der Konzernspitze an.
Starke Nutzerzahlen treffen auf vorsichtige Prognose
Adobe steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 13 Prozent auf 6,76 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten von rund 6,7 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 6,13 US-Dollar ebenfalls über dem Konsens.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war die Umstellung auf das Freemium-Modell. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer in diesem Segment kletterte um 70 Prozent auf über 100 Millionen, während die Gesamtzahl der Nutzer erstmals die Marke von einer Milliarde überschritt.
Trotz dieser operativen Erfolge belastet der Ausblick auf das vierte Quartal die Stimmung. Adobe prognostiziert einen Umsatz zwischen 6,80 und 6,85 Milliarden US-Dollar. Der Mittelwert dieser Spanne liegt leicht unter den Markterwartungen von 6,85 Milliarden US-Dollar. Zudem verzeichnete das Unternehmen einen Rekord beim operativen Cashflow des dritten Quartals, der sich auf 2,52 Milliarden US-Dollar belief.
Künstliche Intelligenz als Wachstumstreiber im Visier
Ein zentraler Fokus der Geschäftsstrategie liegt auf der Integration von KI-Funktionen in die bestehende Produktpalette. Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) im Bereich „AI-first“ stieg um mehr als 150 Prozent auf über 650 Millionen US-Dollar. Dennoch macht dieser Bereich bisher weniger als 2,5 Prozent des gesamten ARR von 27,5 Milliarden US-Dollar aus. Produkte wie Firefly verzeichneten im Quartalsvergleich ein ARR-Wachstum von 40 Prozent.
Analysten bewerten die Abhängigkeit von neuen KI-Einnahmen differenziert. Die Experten von JPMorgan senkten ihr Kursziel für das Papier von 340 auf 315 US-Dollar, behielten ihre Kaufempfehlung jedoch bei.
Evercore ISI wies darauf hin, dass der neue Netto-ARR, eine Kennzahl für das Neugeschäft, um etwa 36 bis 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sei. Dies deutet darauf hin, dass die Gewinnung neuer zahlender Kunden trotz der hohen Nutzerzahlen im kostenlosen Segment schwieriger wird.
Führungswechsel und Wettbewerbsdruck an der Spitze
Inmitten dieser geschäftlichen Übergangsphase steht ein Wechsel im Management bevor. Zum 1. Dezember wird Anil Chakravarthy die Rolle des CEO von Shantanu Narayen übernehmen. Narayen wird dem Unternehmen als Executive Chair erhalten bleiben, während David Wadhwani Adobe verlassen wird.
Chakravarthy übernimmt die Führung in einer Phase, in der der Wettbewerbsdruck durch neue KI-Lösungen von Konkurrenten wie Google, Canva oder spezialisierten Start-ups wie Higgsfield zunimmt. So integrierte Google Cloud jüngst seine Gemini-KI direkt in Bearbeitungssoftware für die Filmindustrie, was eine direkte Konkurrenz zu Adobes Videowerkzeugen darstellt.
Die Aktie konnte am Freitag im deutschen Handel um 2,4 Prozent zulegen und schloss bei 219,35 Euro. Damit notiert der Wert jedoch weiterhin rund 30 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 314,95 Euro, das am 18. September des Vorjahres markiert wurde.
Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus für die Anteilseigner auf 27 Prozent. Anleger beobachten nun genau, ob der geplante Führungswechsel und die KI-Strategie ausreichen, um die Wachstumsdynamik im kommenden Geschäftsjahr wieder zu beschleunigen.
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