Adidas, Quartalszahlen

Adidas nach Quartalszahlen: Wachstum trifft auf Margendruck

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 15:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz robustem Umsatzplus enttäuscht das operative Ergebnis bei Adidas. Der Aktienkurs fällt, während ein CFO-Wechsel für zusätzliche Unsicherheit sorgt.

Adidas-Aktie unter Druck: Umsatzwachstum trifft auf sinkende operative Marge
Abstraktes, atmosphärisches Foto eines Sportschuhs im Studio-Licht zur Veranschaulichung von Marktwachstum und Margendruck. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Adidas wächst - und trotzdem verkaufen die Anleger. Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach meldete für das zweite Quartal ein deutliches Umsatzplus. Das operative Ergebnis blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Diese Diskrepanz hat den Kurs innerhalb von sieben Tagen um 7,74 Prozent einbrechen lassen.

Zur Unsicherheit kommt ein Wechsel an der Unternehmensspitze der Finanzabteilung. Langzeit-CFO Harm Ohlmeyer verlässt das Unternehmen. Birgit Kretschmer soll seine Nachfolge antreten.

Die entscheidende Frage: Marge oder Marketing?

Die kommenden Monate entscheiden, ob Adidas seine Markenstärke in echte Rendite verwandeln kann. Anleger müssen einschätzen, ob die schwachen EBIT-Zahlen nur eine Momentaufnahme sind. Hohe Investitionen in Sportgroßereignisse und gestiegene Frachtkosten könnten das erklären.

Oder belasten strukturelle Faktoren wie mögliche US-Zölle die Marge dauerhaft? Das Management hat die Jahresziele für das EBIT bestätigt und signalisiert damit Zuversicht. Ob dieses Vertrauen berechtigt ist, zeigt sich erst im zweiten Halbjahr.

Bullisches Szenario: Wachstum und Insider-Signal

Für eine Erholung spricht zunächst die robuste Nachfrage. Das Umsatzplus zeigt: Die Strategie von CEO Björn Gulden funktioniert bei den Kunden. Die Marke gewinnt global an Boden.

Gulden selbst hat zuletzt eigene Adidas-Aktien gekauft. Solche Insider-Käufe deuten Marktbeobachter oft als Vertrauensbeweis in eine Unterbewertung. Charttechnisch stützt das ein RSI-Wert von 33,2 - die Aktie nähert sich damit dem überverkauften Bereich, was kurzfristig Käufer anlocken könnte. Zusätzlich halten Analysehäuser wie DZ Bank, Jefferies und UBS trotz der schwachen Marge an positiven Einschätzungen fest.

Bärisches Szenario: Kosten drücken die Marge

Das Risiko liegt in der Lücke zwischen Wachstum und Ertragskraft. Die EBIT-Schwäche zeigt: Adidas kämpft aktuell mit massiven Kostentreibern. Neben Marketingausgaben für Sportgroßereignisse belasten Frachtraten und die Unsicherheit über Handelsbarrieren die Bilanz.

Das Chartbild hat sich zuletzt eingetrübt. Die Aktie notiert 8,64 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 174,20 Euro. Der Kursrutsch von 11,51 Prozent binnen 30 Tagen zeigt: Das Momentum liegt klar bei den Verkäufern.

Der CFO-Wechsel könnte diese Dynamik verschärfen. Personelle Unruhe an der Finanzspitze verzögert womöglich die nötigen Effizienzschritte.

Ausblick: Die 200-Tage-Linie als Prüfstein

Die Richtung der Adidas-Aktie dürfte sich an einer klaren Chartmarke entscheiden. Mit einem Schlusskurs von 159,15 Euro liegt das Papier nur noch 0,84 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 157,82 Euro. Diese Marke gilt als letzte wichtige Unterstützung.

Hält sie, besteht die Chance auf eine Stabilisierung - und eine anschließende Erholung Richtung 50-Tage-Linie. Rutscht der Kurs jedoch nachhaltig unter 157,82 Euro, könnte sich der Abwärtstrend beschleunigen. Dann rückt das 52-Wochen-Tief bei 130,20 Euro wieder in den Fokus.

Der nächste konkrete Prüfstein ist der kommende Zwischenbericht. Dort entscheidet sich, ob Adidas seine operativen Fortschritte bestätigen kann - vor allem bei der Entwicklung der Bruttomarge.

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