Addex Therapeutics Aktie: Rechte zurück, Kurs im Keller
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 17:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Addex Therapeutics hat sich wichtige Entwicklungsrechte zurückgeholt – der Markt hat es trotzdem mit Verkäufen quittiert. Die Aktie fiel um 13,97 Prozent auf 3,14 Dollar und nähert sich damit ihrem 52-Wochen-Tief von 3,08 Dollar. Kein Wunder, dass Anleger bei einem Unternehmen ohne nennenswerte Einnahmen genau hinschauen, wenn Fortschritt und Kursreaktion so weit auseinanderklaffen.
Operativ schlanker, unter dem Strich kein Fortschritt
Der operative Verlust schrumpfte im ersten Halbjahr 2026 auf 1,1 Millionen Franken, nach 1,3 Millionen Franken im Vorjahreszeitraum. Grund dafür sind niedrigere Ausgaben für ausgelagerte Forschung, nachdem die Kollaboration mit Indivior ausgelaufen ist.
Der Nettoverlust blieb mit rund 3,4 Millionen Franken jedoch nahezu unverändert – der Anteil am Verlust des Spin-offs Neurosterix, den Addex nach der Equity-Methode bilanziert, stieg auf 2,3 Millionen Franken.
Die Barmittel schmolzen zum 30. Juni 2026 auf 0,8 Millionen Franken, nach 1,6 Millionen Franken zum Jahresende 2025. Über ihr ATM-Programm mit H.C. Wainwright & Co. sammelte Addex im dritten Quartal 2,8 Millionen Dollar ein. Das Unternehmen beziffert die daraus resultierende Reichweite der Barmittel bis ins vierte Quartal 2027.
Rechte an GABAB-PAM-Programm zurückgewonnen
Der strategisch wichtigste Punkt des Updates: Addex hat sämtliche Rechte am GABAB-PAM-Programm für Substanzgebrauchsstörungen von Indivior zurückerhalten. Der Hintergrund ist die Fusion von Indivior mit Supernus Pharmaceuticals, die zu einer Neuausrichtung der Forschungspipeline bei Indivior führte.
Für Addex bedeutet das freie Hand, alle Wirkstoffkandidaten in beliebigen Indikationen weiterzuentwickeln – vom chronischen Husten über Schmerzen bis zu neurologischen Entwicklungsstörungen.
CEO Tim Dyer bezeichnete dies als das breiteste GABAB-PAM-Portfolio der Branche. Fünf zugehörige Patente wurden 2024 angemeldet, mit einer erwarteten Laufzeit bis 2044. Beim Spin-off Neurosterix, an dem Addex eine Beteiligung von 20 Prozent hält, soll das Programm NTX-253 im vierten Quartal 2026 die Phase-I-Studie abschließen.
Bilanz bleibt angespannt
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen auf 1,4 Millionen Franken, während das Eigenkapital auf 1,9 Millionen Franken zurückging. Das Verhältnis von kurzfristigen Vermögenswerten zu Verbindlichkeiten liegt nahe der Grenze von eins zu eins – ein Hinweis darauf, wie eng der finanzielle Spielraum bleibt.
Addex bleibt auf externe Finanzierung angewiesen, um die Programme für Substanzgebrauchsstörungen und chronischen Husten über die präklinische Phase hinauszubringen.
Management prüft parallel Lizenzdeals, Partnerschaften und einen möglichen weiteren Spin-out nach dem Vorbild von Neurosterix. Eine Festlegung auf einen der Wege gab es im aktuellen Update nicht – die IND-Einreichung für das Programm gegen Substanzgebrauchsstörungen und der Start der IND-fähigen Studien beim Husten-Kandidaten bleiben die nächsten konkreten Meilensteine.
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