ACV Auctions Aktie: Copart übernimmt für 1,9 Milliarden
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 17:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Gebrauchtwagenmarkt steht vor einer bedeutenden Konsolidierung. Der Branchenriese Copart hat gestern eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme von ACV Auctions unterzeichnet. Die Transaktion bewertet das auf digitale Auktionen spezialisierte Unternehmen mit rund 1,9 Milliarden US-Dollar. Der Kauf soll vollständig in bar abgewickelt werden.
Anleger erhalten laut Bloomberg 10,50 US-Dollar pro ausstehender Aktie. Dieser Preis beinhaltet einen deutlichen Aufschlag für die Anteilseigner. Die Offerte liegt etwa 45 Prozent über dem Schlusskurs vom 10. August, bevor erste Berichte über ein mögliches Geschäft die Runde machten.
Nach Vollzug der Fusion soll ACV Auctions als eigenständige Tochtergesellschaft innerhalb des Copart-Konzerns agieren und unter der bestehenden Führungsmannschaft weitergeführt werden.
Details der Transaktion und finanzielle Absicherung
Die Verwaltungsräte beider Unternehmen haben dem Zusammenschluss bereits einstimmig zugestimmt. Copart beabsichtigt, die Übernahme aus vorhandenen Barmitteln zu finanzieren, womit der Deal nicht unter einem Finanzierungsvorbehalt steht.
Medienberichten zufolge haben bestimmte Aktionäre, die am Dienstag rund 4,1 Prozent der Aktien hielten, bereits eine Unterstützungsvereinbarung unterzeichnet, um ihre Anteile im Rahmen des Angebots bereitzustellen.
Für den Fall eines Scheiterns der Vereinbarung wurden gegenseitige Abbruchgebühren festgelegt. Sollte ACV Auctions die Transaktion unter bestimmten Bedingungen absagen, wird eine Zahlung von 57,7 Millionen US-Dollar an Copart fällig.
Im umgekehrten Fall müsste Copart eine Entschädigung in Höhe von 115,3 Millionen US-Dollar an das Zielunternehmen leisten. Als Finanzberater für ACV Auctions fungiert J.P. Morgan Securities, während Evercore die Gegenseite berät.
Rekordumsätze stützen die Bewertung
Die Übernahmeankündigung folgt auf eine Phase operativer Stärke bei ACV Auctions. Das Unternehmen meldete am 10. August für das zweite Quartal einen Rekordumsatz von 214 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA lag mit 21 Millionen US-Dollar über den ursprünglichen Erwartungen des Managements.
Trotz einer allgemeinen Marktschwäche im Großhandel mit Gebrauchtwagen, der um etwa sechs Prozent schrumpfte, blieb das Handelsvolumen bei ACV Auctions stabil. Mit 211.472 verkauften Einheiten konnte das Unternehmen seine Marktanteile verteidigen. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 bestätigte die Führung erst kürzlich eine Umsatzprognose zwischen 845 Millionen und 855 Millionen US-Dollar.
Zeitplan und kartellrechtliche Hürden
Der Abschluss des Übernahmeangebots ist für das Ende des Kalenderjahres 2026 geplant. Bis dahin müssen noch die üblichen regulatorischen Bedingungen erfüllt werden. Dazu gehört insbesondere die Freigabe durch die Wettbewerbsbehörden gemäß dem Hart-Scott-Rodino Act sowie die Andienung der Mehrheit der ausstehenden Aktien.
Parallel zu den Übernahmeverhandlungen hatte ACV Auctions im Mai ein eigenes Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 100 Millionen US-Dollar autorisiert. Davon sollten ursprünglich 50 Millionen US-Dollar kurzfristig über ein beschleunigtes Verfahren zurückgegeben werden.
Mit der nun vereinbarten Gesamtfusion durch Copart erhält die Kapitalstruktur des Unternehmens jedoch eine völlig neue Ausrichtung unter dem Dach des künftigen Mutterkonzerns.
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