AbbVie Aktie: Doppelschlag gegen Morbus Crohn
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 11:29 Uhr | Redaktion boerse-global.deAbbVie hat in einer Phase-2a-Studie mit der Kombinationstherapie ABBV-466 bessere Remissionsraten bei Morbus Crohn erzielt als mit jedem der beiden Einzelwirkstoffe. Die Daten werden heute als Late-Breaker auf dem UEG-Kongress in Barcelona vorgestellt. Der Konzern baut damit sein Darmerkrankungs-Portfolio um einen Kandidaten aus, der auf dem Blockbuster Skyrizi aufsetzt.
Zwei Signalwege, ein Wirkstoff
ABBV-466 verbindet Risankizumab, einen IL-23-Hemmer und Wirkstoff von Skyrizi, mit dem neuen ?4?7-Hemmer Trosunilimab. Die Idee dahinter: Entzündungsprozesse bleiben oft aktiv, obwohl ein zentraler Signalweg blockiert ist. Eigene Forschung habe auf ?4?7-getriebene Entzündung trotz IL-23-Hemmung hingewiesen, erklärt AbbVies Immunologie-Entwicklungschefin Kori Wallace.
In der TARGET-CD-Studie erhielten 300 Patienten mit mittelschwerem bis schwerem Morbus Crohn über 24 Wochen eine von drei Behandlungen. Drei Viertel hatten bereits mindestens eine fortgeschrittene Therapie hinter sich, ein Viertel sogar drei oder mehr. Es handelt sich also um eine schwer behandelbare Gruppe.
Der Abstand wächst
Zum primären Endpunkt nach 12 Wochen erreichten 30,2 Prozent der Patienten unter ABBV-466 eine endoskopische Remission. Unter Risankizumab allein waren es 21,3 Prozent, unter Trosunilimab allein 18,0 Prozent.
Nach 24 Wochen vergrößerte sich der Vorsprung deutlich. Die Kombination kam auf 40,5 Prozent, die Einzeltherapien auf 22,4 und 20,0 Prozent.
Genexpressionsanalysen deuten zudem auf Reparatur des Darmgewebes und eine wiederhergestellte Darmbarriere bereits nach 12 Wochen hin. Nach 24 Wochen zeigten sich Umbauprozesse im Gewebe und Veränderungen im Stoffwechsel, die unter den Monotherapien in der Regel ausblieben.
Bei der Sicherheit gab es keine auffälligen Unterschiede. Schwere unerwünschte Ereignisse traten bei 10,4 Prozent der Patienten unter der Kombination auf, bei Risankizumab waren es 9,6 und bei Trosunilimab 9,0 Prozent.
Einordnung für die Aktie
Die Studie ist offen angelegt und ohne Verblindung, zudem noch in einer frühen Phase. ABBV-466 bleibt ein Prüfpräparat ohne Zulassung. Die Daten liefern dennoch ein erstes Argument für den Kombinationsansatz, der Skyrizi über die Patentlaufzeit hinaus stützen könnte.
Die Aktie zeigte sich vorbörslich kaum verändert bei rund 285 Dollar, nach einem Schlusskurs von 285,42 Dollar am Freitag. Die Präsentation in Barcelona steht heute zwischen 10:10 und 10:20 Uhr MESZ an. Die laufende Studie soll die Rolle der Kombination bei mittelschwerem bis schwerem Morbus Crohn weiter prüfen.
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