Abbott Laboratories Aktie: Ernährungssparte soll an die Börse
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 13:52 Uhr | Redaktion boerse-global.deAbbott Laboratories will sein globales Ernährungsgeschäft bis Ende 2027 als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen abspalten. Das kündigte der Konzern heute zusammen mit seinen Quartalszahlen an. Für Aktionäre bedeutet der Plan eine Neuordnung ihrer Beteiligung: Sie sollen künftig Anteile an beiden Unternehmen halten. Die Sparte bringt rund 8,5 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz mit.
Die Trennung würde bekannte Ernährungsmarken von Abbotts übrigen Geschäftsfeldern lösen. Für Anleger stehen damit neben der laufenden Ergebnisentwicklung auch die Bedingungen der geplanten Aktienzuteilung und die künftige Dividendenstruktur im Mittelpunkt.
Aktionäre sollen beide Unternehmen halten
Zum abzuspaltenen Geschäft gehören Similac, PediaSure, Pedialyte, Glucerna und Ensure. Abbott plant, die Aktien des neuen Unternehmens an seine Aktionäre auszuschütten. Die Transaktion soll für Zwecke der US-Bundesbesteuerung steuerfrei sein.
Für das verbleibende Geschäft erwartet Abbott rund 42 Mrd. US-Dollar Umsatz. Die kombinierte Dividende beider Unternehmen soll der Abbott-Dividende zum Zeitpunkt der Trennung entsprechen. Das ist eine Aussage zur geplanten Gesamtausschüttung, keine Zusage für unveränderte Dividenden jedes einzelnen Unternehmens.
Der Abschluss ist noch an Bedingungen geknüpft. Erforderlich sind behördliche Genehmigungen, eine wirksame Form-10-Registrierung und die endgültige Zustimmung des Vorstands. Die heutige Ankündigung ist daher ein konkreter Trennungsplan, aber noch keine vollzogene Abspaltung.
Abbott rechnet mit einmaligen Transaktionskosten. Nach Unternehmensangaben sollen diese weder die Prognose für 2026 noch die geplanten Prognosen für 2027 verändern. Damit stellt der Konzern die Neuordnung zunächst neben seine operative Planung.
Ernährungssparte mit uneinheitlicher Entwicklung
Das Ernährungsgeschäft steigerte seinen vergleichbaren Umsatz im dritten Quartal 2026 um 4,9 %. Über die ersten neun Monate lag der vergleichbare Umsatz dagegen um 2,1 % unter dem Vorjahreswert.
Die jüngste Quartalsentwicklung fällt damit günstiger aus als die Bilanz seit Jahresbeginn. Für die Beurteilung der künftigen eigenständigen Gesellschaft ist diese Unterscheidung wichtig: Das Wachstum im jüngsten Berichtszeitraum allein beschreibt noch nicht die Entwicklung über das gesamte bisherige Geschäftsjahr.
Im übrigen Konzern wuchsen die etablierten Pharmazeutika im dritten Quartal vergleichbar um 8,4 %. Die Medizintechnik legte um 7,8 % zu, die Diagnostik um 6,4 %. Alle drei Bereiche verzeichneten damit höhere Wachstumsraten als die Ernährungssparte.
Gewinnprognose eingeengt, Mittelpunkt bestätigt
Parallel zur Abspaltungsankündigung meldete Abbott für das dritte Quartal einen Konzernumsatz von 13.013 Mio. US-Dollar. Das entsprach einem berichteten Wachstum von 14,5 % und einem vergleichbaren Zuwachs von 7,0 %.
Für die Einordnung ist die Unterscheidung zwischen berichtetem und vergleichbarem Wachstum wesentlich. Auch beim Gewinn weist Abbott sowohl das Ergebnis nach Rechnungslegungsstandard als auch eine bereinigte Kennzahl aus.
Der verwässerte Gewinn je Aktie nach GAAP betrug 0,53 US-Dollar. Bereinigt erreichte Abbott 1,42 US-Dollar je Aktie. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern rund 6,0 % vergleichbares Umsatzwachstum.
Die bereinigte Gewinnprognose für 2026 engte Abbott auf 5,50–5,55 US-Dollar je Aktie ein und bestätigte deren Mittelpunkt. Eine Anhebung des mittleren Gewinnziels ist damit nicht verbunden.
An der Börse sorgt das Nachrichtenpaket heute nicht für Rückenwind: Die Tagesveränderung der Aktie beträgt -3,4%. Für Aktionäre verbindet sich der bestätigte mittlere Gewinnausblick nun mit einer zusätzlichen Aufgabe: Sie müssen künftig zwei getrennte Beteiligungen beurteilen, sofern Abbott die Abspaltung wie geplant umsetzt.
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