Abbott, FDA-Zulassung

Abbott: FDA-Zulassung für Libre Duo 10 Day

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 04:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Abbott darf den ersten Wearable-Sensor zur laufenden Glukose- und Ketonmessung vermarkten; die Diabetes-Sparte wuchs im zweiten Quartal um 10,5 Prozent.

Abbott erhält FDA-Zulassung für Glukose- und Ketonsensor
Abstrakte Darstellung moderner Medizintechnik und innovativer Gesundheitslösungen in einer klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der US-Medizintechnikkonzern Abbott Laboratories hat einen bedeutenden regulatorischen Meilenstein im Bereich der Diabetes-Technologie erreicht. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat am Freitag die De-Novo-Zulassung für das System „Libre Duo 10 Day“ erteilt. Dabei handelt es sich um den weltweit ersten Wearable-Sensor, der sowohl den Glukosespiegel als auch den Ketonwert kontinuierlich überwachen kann.

Das System richtet sich an Menschen mit Diabetes ab einem Alter von zwei Jahren und soll insbesondere vor der lebensgefährlichen diabetischen Ketoazidose (DKA) warnen.

FDA-Zulassung markiert technologischen Wendepunkt

Die Neuzulassung basiert auf klinischen Daten von mehr als 600 Teilnehmern in insgesamt sechs Studien. Das System bietet eine Tragedauer von zehn Tagen. In den Tests erreichten 84,1 Prozent der Erwachsenen und 68,8 Prozent der Kinder die volle Einsatzzeit des Sensors.

Die Einführung erfolgt vor dem Hintergrund steigender Komplikationsraten: Abbott verweist auf Daten, wonach die Krankenhauseinweisungen aufgrund von Ketoazidosen innerhalb der letzten zehn Jahre um 55 Prozent zugenommen haben. Die US-Gesundheitsbehörde CDC beziffert die Zahl der Diabetiker in den USA derzeit auf 40,1 Millionen Menschen, wovon 2,1 Millionen an Typ-1-Diabetes leiden.

Abbott plant bereits die nächsten Schritte zur Marktdurchdringung. Bis zum Jahr 2027 soll das System mit Insulinpumpen führender Partner integriert werden. Genannt werden hierbei Kooperationen mit Unternehmen wie Tandem Diabetes Care, Insulet, Beta Bionics und Sequel. Im zweiten Quartal 2026 konnte die Diabetes-Sparte von Abbott bereits ein Umsatzwachstum von 10,5 Prozent auf 2,19 Milliarden US-Dollar verzeichnen.

Stabiles Wachstum und positive Analystenstimmen

Die operativen Kennzahlen des Gesamtkonzerns zeigten sich zuletzt robust. Im zweiten Quartal 2026 erwirtschaftete Abbott einen Umsatz von 12,59 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 13,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Gewinn pro Aktie (EPS) lag mit 1,31 US-Dollar über den Konsensschätzungen der Analysten von 1,28 US-Dollar.

An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen; die Aktie verzeichnete am Freitag eine Tagesveränderung von 1,5 Prozent und schloss bei 97,24 Euro. Damit notiert das Papier aktuell 8,9 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Analystenhäuser bewerten die Aussichten des Konzerns weiterhin überwiegend positiv.

Die Experten von TD Cowen rufen ein Kursziel von 135 US-Dollar auf und vergeben ein „Buy“-Rating, während RBC die Aktie mit „Outperform“ und einem Ziel von 130 US-Dollar einstuft. Der Analystenkonsens liegt derzeit bei einem Kursziel von 119,50 US-Dollar.

Verschiebungen in der Aktionärsstruktur und Insider-Aktivitäten

Während der Konzern technologisch expandiert, gab es zuletzt deutliche Bewegungen im Aktionärskreis und im Management. Große institutionelle Anleger haben ihre Positionen im zweiten Quartal teils deutlich aufgestockt. BlackRock erhöhte seinen Anteil um 4,6 Prozent auf nunmehr über 152 Millionen Aktien, was einem Marktwert von rund 13,84 Milliarden US-Dollar entspricht.

Auch State Street verzeichnete einen Zuwachs von 2,1 Prozent. Besonders markant fiel der Einstieg von J. Stern & Co. aus, die ihre Beteiligung massiv ausgebaut haben. Insgesamt befinden sich 75,18 Prozent der Anteile in institutioneller Hand.

Auf der anderen Seite wurde am Samstag bekannt, dass Konzernchef Robert Ford eigene Aktienpakete veräußert hat. Ford verkaufte insgesamt 398.832 Aktien für ein Volumen von rund 46,2 Millionen US-Dollar. Solche Transaktionen sind bei Führungskräften in dieser Größenordnung oft Teil einer langfristigen Vermögensplanung, werden von Marktteilnehmern jedoch stets aufmerksam verfolgt.

Parallel dazu muss der Konzern einen Vorfall im Bereich der Cybersicherheit aufarbeiten: Medienberichten zufolge wurden Anfang August etwa 10,9 Millionen E-Mail-Adressen aus der Krebsdiagnostik-Sparte nach einem Vishing-Angriff geleakt. Abbott hatte den Vorfall bereits Mitte Juli offiziell offengelegt.

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