ABB, Aktie

ABB Aktie: Goldman Sachs hebt Kursziel

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 12:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz Rekordzahlen und Großaufträgen warnen Analysten vor abgeschwächtem KI-Wachstum. ABB-Aktie notiert bei 85,64 Euro.

ABB-Aktie: Analysten sehen Risiken trotz Rekordquartal und Großaufträgen
Moderne industrielle Fertigungsanlage mit Fokus auf Automatisierung und technologisches Wachstum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Aktie von ABB hat ein starkes Börsenjahr hinter sich, sieht sich nun jedoch mit einer differenzierteren Bewertung durch Analysten konfrontiert. Während der Industriekonzern operativ von Großaufträgen und der Nachfrage nach Automatisierungslösungen profitiert, rücken mögliche Sättigungseffekte im Bereich der Rechenzentren in den Fokus. Das Papier notiert aktuell bei 85,64 Euro.

Analysten warnen vor Vorzieheffekten im KI-Sektor

Am vergangenen Freitag meldeten sich zwei namhafte Analysehäuser mit neuen Einschätzungen zu Wort. Bernstein Research stufte ABB auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 80 CHF ein.

Die Experten warnten darin, dass es trotz des anhaltenden Booms bei Künstlicher Intelligenz zu einem sogenannten "Demand Pull-forward" im Bereich der Rechenzentrumsausrüstung kommen könnte. Dies würde bedeuten, dass künftige Nachfrage bereits in die Gegenwart vorgezogen wurde und das Wachstumstempo sich künftig abschwächen dürfte.

Zeitgleich passte Goldman Sachs seine Bewertung an. Die US-Investmentbank hob das Kursziel für ABB leicht von 72 CHF auf 74 CHF an, behielt jedoch die Einstufung "Neutral" bei. Diese Zurückhaltung folgt auf eine Phase massiven Wachstums, in der die Aktie seit Jahresbeginn um 34 % zulegen konnte. Der Kurs bewegt sich damit weiterhin stabil etwa 10 % über dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage.

Operative Erfolge in der Wasserkraft und im Bergbau

Abseits der Analystenbewertungen verzeichnet ABB weiterhin eine rege Auftragsaktivität. Am 18. August wurde bekannt, dass der norwegische Energiekonzern Statkraft ABB für die Modernisierung der Wasserkraftwerke Målset, Refsdal und Hove ausgewählt hat. Der Auftrag umfasst die Installation des Leitsystems ABB Ability System 800xA sowie neuer Erregersysteme, um die Effizienz der Anlagen zu steigern.

Parallel dazu vertiefte das Unternehmen am 12. August seine Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Bergbaukonzern Vale. Ziel der erweiterten Partnerschaft ist die Implementierung von KI-gestützten Automatisierungslösungen in globalen Eisenerzminen.

Um zudem spezifische Marktanforderungen zu bedienen, führte ABB am 13. August eine neue Energiespeicherlösung auf Basis von Ultrakondensatoren (UCAPS ESS) ein. Diese soll insbesondere Rechenzentren in Irland dabei unterstützen, strengere Netzstabilitätsanforderungen zu erfüllen.

Rekordergebnisse und strategische Zukäufe

Die solide Marktposition spiegelte sich bereits in den am 13. August vorgelegten Rekordzahlen für das zweite Quartal 2026 wider. ABB meldete einen Auftragseingang von 12,04 Milliarden US-Dollar und einen Umsatz von 9,48 Milliarden US-Dollar.

Die operative EBITA-Marge erreichte mit 20,2 % ein hohes Niveau. Im Zuge dieser Veröffentlichung wurde auch die geplante Übernahme des britischen Automatisierungsspezialisten Rotork für rund 5,5 Milliarden US-Dollar konkretisiert.

Im Rahmen dieser Übernahmeofferte meldete der institutionelle Investor The Vanguard Group am vergangenen Donnerstag eine Beteiligung von 5,46 % an Rotork.

Während die Expansion voranschreitet, gab es jedoch auch kritische Untertöne: Medienberichten zufolge wurden am 12. August umfangreiche Aktienverkäufe durch Mitglieder des Top-Managements registriert. Anleger richten ihr Augenmerk nun auf den 20. Oktober, wenn ABB die detaillierten Ergebnisse für das dritte Quartal präsentieren wird.

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