ABB, Aktie

ABB Aktie: 99,17 Prozent für Rotork-Deal

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 12:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rotork-Aktionäre billigen ABBs Milliardenübernahme mit großer Mehrheit, während der Konzern in Ratingen über 100 neue Stellen schaffen will.

Orangefarbener Industrieroboter schweißt Fahrzeugkarosserie mit Funkenregen in heller Fabrikhalle
ABB Ltd (CH0012221716) setzt Industrieroboter beim präzisen Lichtbogenschweißen in moderner Fabrik ein Illustration mit AI erstellt.

Der Zürcher Technologiekonzern ABB hat eine entscheidende Hürde für seinen bisher größten Zukauf der Unternehmensgeschichte genommen. Die Aktionäre des britischen Industrieunternehmens Rotork stimmten der geplanten Übernahme durch den Schweizer Konzern mit deutlichen Mehrheiten zu. Damit rückt die Integration des Spezialisten für Antriebslösungen in das Portfolio von ABB in greifbare Nähe, während das Unternehmen gleichzeitig seine Kapazitäten in Kernmärkten wie Deutschland massiv ausbaut.

Breites Votum für die Expansion

Am vergangenen Donnerstag sprachen sich die Anteilseigner von Rotork im Rahmen einer Abstimmung für die Transaktion aus. Medienberichten zufolge erreichte das Vorhaben beim sogenannten Ordinary Share Scheme eine Zustimmung von 96,01 Prozent, während das Preference Share Scheme sogar eine Mehrheit von 99,17 Prozent verzeichnete. ABB bietet den Aktionären des britischen Unternehmens 503 Pence je Aktie in bar, was einem Gesamtwert von rund 5,5 Milliarden Dollar entspricht.

Das Handelsblatt bezeichnete den Schritt bereits zuvor als die größte Akquisition in der Geschichte von ABB. Rotork, das im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 1,0 Milliarden Dollar und eine operative Marge von 24,6 Prozent erzielte, soll die Position des Konzerns im Bereich der industriellen Automatisierung stärken.

Der Abschluss der Transaktion unterliegt nun noch der gerichtlichen Bestätigung sowie weiteren regulatorischen Bedingungen. Ein finaler Vollzug wird für die erste Jahreshälfte 2027 erwartet.

Kapazitätsausbau am Standort Deutschland

Parallel zur globalen Expansionsstrategie forciert ABB das organische Wachstum in Europa. Am Standort Ratingen plant das Unternehmen für den kommenden Samstag einen Bewerbertag, um mehr als 100 zusätzliche Arbeitsplätze zu besetzen.

Hintergrund ist der Ausbau der Produktionskapazitäten für Technologien, die den Hochlauf der Energiewende unterstützen. Diese personelle Aufstockung folgt auf eine personelle Neuausrichtung in Deutschland: Seit Juni führt Rosa Meckseper die ABB AG als Vorstandsvorsitzende an, nachdem sie die Nachfolge von Klaus Eble angetreten hat.

Diese Investitionen in Personal und Infrastruktur spiegeln die robuste Auftragslage wider. Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete ABB einen Auftragseingang von 12,04 Milliarden Dollar, was einem Zuwachs von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum um 14 Prozent auf 9,48 Milliarden Dollar, während die operative EBITA-Marge mit 20,2 Prozent ein hohes Niveau erreichte.

Fokus auf Margenverbesserung und Ausblick

Für das laufende dritte Quartal 2026 gibt sich die Konzernführung optimistisch. Unternehmensangaben zufolge wird beim vergleichbaren Umsatz ein Wachstum im niedrigen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich erwartet.

Zudem soll sich die operative EBITA-Marge im Vergleich zum zweiten Quartal sequenziell weiter verbessern. Für das Gesamtjahr strebt ABB ein positives Book-to-Bill-Verhältnis an, was bedeutet, dass der Wert der eingehenden Aufträge über dem des fakturierten Umsatzes liegen soll.

An der Börse wird die Entwicklung des Industrieriesen aufmerksam verfolgt. Die Aktie notiert aktuell bei 84,54 Euro und konnte damit am heutigen Dienstag leicht zulegen. Seit Jahresbeginn verbucht das Papier bereits ein deutliches Plus von 33 Prozent. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 149,82 Milliarden Euro gehört ABB zu den Schwergewichten im Sektor der Investitionsgüter.

Neben der operativen Expansion stützt das Unternehmen den Kurs weiterhin durch Aktienrückkäufe. Medienberichten zufolge wurden allein zwischen dem 27. August und dem 2. September über 620.000 eigene Papiere erworben, womit das Rückkaufvolumen im laufenden Jahr auf über 7,7 Millionen Aktien gestiegen ist.

Anzeige

ABB-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ABB-Analyse vom 8. September liefert die Antwort:

Die neusten ABB-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ABB-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

ABB: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer...

de | CH0012221716 | ABB | boerse | 70068161 |