Implantate, Aktie

aap Implantate Aktie: Kapitalerhöhung zum Kampfpreis

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 16:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Vorstand will mit neuen Aktien die Liquidität stärken; im dritten Quartal legten Umsatz und EBITDA gegenüber dem Vorjahr zu.
Orthopädische Implantate auf einer sterilen Metalloberfläche, symbolisch für die Medizintechnikbranche. Illustration mit AI erstellt.

aap Implantate holt sich frisches Geld von den Aktionären. Der Vorstand hat heute eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht beschlossen und begründet sie mit dem Ende der Restrukturierung. Der Bezugspreis liegt bei 1,35 Euro und damit unter dem zuletzt gehandelten Kurs von 1,45 Euro.

Das Angebot im Detail

Bis zu 1.486.563 neue Aktien sollen ausgegeben werden. Aktionäre erhalten sie im Verhältnis 9,9 zu 1. Die Bezugsfrist läuft voraussichtlich vom 6. bis 20. November, Überbezug ist möglich. Einen Bezugsrechtehandel gibt es nicht, nicht ausgeübte Rechte verfallen wertlos. Nicht gezeichnete Aktien sollen ausgewählten Investoren zu mindestens dem Bezugspreis angeboten werden.

Das Geld soll die Liquidität stärken und die nächste Wachstumsphase im Trauma-Geschäft finanzieren. Parallel plant der Vorstand einen Debt-to-Equity-Swap: Aktionärsdarlehen über 1,7 Millionen Euro sollen gegen neue Aktien eingebracht werden. Das würde die Bilanz entlasten und die Zinslast senken. Dafür braucht es noch eine Sacheinlagenprüfung.

Operativ auf Erholungskurs

Der Vorstand verweist auf eine Trendwende. Im dritten Quartal stieg der Umsatz auf 3,3 Millionen Euro und lag leicht über dem Vorjahresquartal. Nach neun Monaten bleibt ein Minus von 2,8 Prozent. Das EBITDA verbesserte sich und überschritt die IFRS-Gewinnschwelle.

Das US-Geschäft wuchs in den ersten neun Monaten um 15 Prozent in lokaler Währung. Die US-Tochter schrieb erstmals ein positives lokales Ergebnis. Einbußen im Mittleren Osten dämpfen dagegen das Bild.

Seit März 2026 ist das gesamte Bestandsportfolio MDR-zertifiziert. Das Kapitel band über Jahre erhebliche Ressourcen und gilt nun weitgehend als abgeschlossen.

Drei Hebel, neues Führungsteam

Der Emissionserlös soll drei Felder beschleunigen: neue Produkte, Automatisierung der Berliner Fertigung und den Vertrieb, vor allem in Spanien, Portugal, Chile und Frankreich. Neue Systeme sollen bis 2028 folgen, weitere Entwicklungsprojekte bis 2031. Ab 2027 strebt aap im Schnitt zweistelliges Umsatzwachstum pro Jahr an.

Personell ändert sich einiges. Cornelius Fink als COO und Nicole Kassel als CFO verstärken seit August den Vorstand. CEO Rubino Di Girolamo übergibt bis Ende 2026 und bleibt danach als Berater.

Die Prognose für 2026 steht: 11,5 bis 14,5 Millionen Euro Umsatz und ein EBITDA zwischen minus 1,0 und plus 1,5 Millionen Euro, erwartet im mittleren Bereich der Spanne. Das Bezugsangebot soll am 4. November im Bundesanzeiger erscheinen, die Zeichnung startet zwei Tage später.

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