5N Plus Aktie: Werk in Utah wächst
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 17:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine angekündigte Werkserweiterung in den USA treibt die Aktie von 5N Plus heute um 12 Prozent auf 18,53 Euro an. Das Unternehmen gab bekannt, seine Produktionsstätte in St. George im US-Bundesstaat Utah um 50 Prozent zu vergrößern. Mit diesem Schritt will der Spezialist für hochentwickelte Materialien seine industriellen Kapazitäten bündeln und wichtige nordamerikanische Lieferketten absichern.
Fokus auf kritische Mineralien und Verteidigung
Die Bauarbeiten am US-Standort sollen im dritten Quartal 2026 beginnen und im zweiten Halbjahr 2027 abgeschlossen werden. Das Vorhaben ist als kapitaleffiziente, skalierbare Plattform konzipiert, die zentrale Hightech-Märkte bedienen soll. Dazu zählen neben Verteidigungsanwendungen und weltraumgestützter Solartechnik auch medizinische Bildgebungsverfahren sowie industrielle Sensorik.
Der Ausbau in Utah knüpft an mehrere kürzlich vereinbarte Regierungsinitiativen an. Erst Anfang September erhielt 5N Plus eine Fördersumme von 7,3 Millionen US-Dollar durch das U.S. Department of War, um in St. George eine Fertigung für optoelektronische Bauteile auf Galliumarsenid-Basis aufzubauen.
Für dieses Projekt fungiert der Rüstungskonzern Lockheed Martin als Erstkunde, wobei vor der geplanten Kleinserienfertigung zunächst eine Produktqualifizierungsphase ansteht.
Bereits im Januar hatte sich das Unternehmen zudem staatliche Mittel in Höhe von 18,1 Millionen US-Dollar gesichert. Diese Vereinbarung sieht vor, über einen Zeitraum von 48 Monaten die Recycling- und Raffinationskapazitäten für Germanium in St. George aufzustocken, um jährlich bis zu 20 Tonnen hochreines Material aus Industrierückständen zurückzugewinnen.
Hoher Auftragsbestand stützt Jahresziele
Die operative Expansion trifft auf eine gut gefüllte Projektpipeline. Im zweiten Quartal 2026 steigerte 5N Plus den Konzernumsatz um 28 Prozent auf 122,4 Millionen US-Dollar. Das bereinigte Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 10 Prozent auf 26,6 Millionen US-Dollar zu, während sich der Nettogewinn auf 19,7 Millionen US-Dollar belief.
Ein zentrales Polster für die kommenden Quartale bildet der Auftragsbestand, der zum Ende des zweiten Quartals bei 420,0 Millionen US-Dollar lag. Vor diesem Hintergrund bekräftigte die Unternehmensführung ihre operative Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2026, die ein bereinigtes EBITDA in einer Spanne von 100 bis 105 Millionen US-Dollar vorsieht. Die Nettoverschuldung belief sich zum Quartalsstichtag auf 23,7 Millionen US-Dollar.
Mit dem heutigen Kurssprung vollzieht das Papier auch charttechnisch eine sichtbare Gegenbewegung. Der Wert kletterte wieder um 0,8 Prozent über seinen 200-Tage-Durchschnitt, der aktuell bei 18,39 Euro verläuft.
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