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360 Finance Aktie: Yan Zheng übernimmt CEO-Posten

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 13:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rechtliche Vorwürfe, Verkäufe aus dem Führungskreis und ein CEO-Wechsel begleiten den Rückgang der Aktie um 65 Prozent seit Jahresbeginn.

360 Finance: Sammelklagen, Führungswechsel und Aktie nahe Jahrestief
Moderne Glasfassade eines Bürogebäudes im Finanzviertel bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Juristischer Druck durch neue Sammelklage

Gegen Qfin Holdings und bestimmte Führungskräfte des Unternehmens ist am Dienstag Medienberichten zufolge eine bundesstaatliche Wertpapier-Sammelklage eingereicht worden. Den Verantwortlichen werden irreführende Angaben über die Widerstandsfähigkeit des Geschäfts sowie über regulatorischen Gegenwind vorgeworfen. Bei diesen Punkten handelt es sich um rechtliche Anschuldigungen und nicht um gerichtlich festgestellte Tatsachen.

Am Mittwoch meldete zudem die Kanzlei Robbins LLP eine Sammelklage im Namen von Investoren, die zwischen dem 18. März und dem 25. August 2026 Wertpapiere der Gesellschaft erworben haben. Als Frist für den Antrag zur Ernennung eines Hauptklägers nannte die Kanzlei den 30. November 2026.

Die rechtlichen Schritte knüpfen an eine ohnehin angespannte Situation an. Bereits vor gut drei Wochen geriet der Titel durch eine Untersuchung wegen des Vorwurfs von Wertpapierbetrug unter Druck; seither verlor das Papier 17,9 Prozent an Wert. Mit den formellen Einreichungen vor Gericht verschärft sich die Lage für das Unternehmen weiter.

Wechsel an der Spitze und Insider-Verkäufe

Die juristischen Vorstöße fallen zeitlich mit einem Umbau an der Unternehmensspitze zusammen. Yan Zheng übernahm mit Wirkung zum 21. September die Position des Chief Executive Officer und trat damit die Nachfolge von Haisheng Wu an. Der Wechsel an der operativen Spitze vollzog sich somit unmittelbar vor dem Bekanntwerden der Klagen.

Parallel dazu verzeichnete das Unternehmen nennenswerte Anteilsverkäufe aus dem Führungskreis. Laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC veräußerte Morning Star Resources Ltd., eine mit Director Andrew Y. Yan verbundene Gesellschaft, am 24. September 330.000 American Depositary Shares. Am Folgetag stieß die Gesellschaft weitere 326.700 dieser Papiere ab.

Solche Veräußerungen durch gesellschaftsnahe Vehikel stoßen am Markt in Phasen regulatorischer und rechtlicher Unsicherheit auf besondere Aufmerksamkeit. Für Anleger erhöht das Zusammentreffen von Führungswechsel und Verkäufen den Klärungsbedarf hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung.

Aktie verharrt nahe dem Jahrestief

Am Aktienmarkt hinterlassen diese Faktoren deutliche Spuren. Das Papier von 360 Finance beendete die Handelswoche am Freitag bei einem Schlusskurs von 5,75 Euro. Damit notiert der Wert nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 5,70 Euro.

Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus auf 65 Prozent. Solange die Vorwürfe bezüglich der geschäftlichen Widerstandskraft und des regulatorischen Gegenwinds gerichtlich ungeklärt bleiben, steht der Titel unter anhaltendem Druck. Bis zum Ablauf der Frist für Anträge zur Hauptklägerschaft Ende November dürften juristische Weichenstellungen das Geschehen bestimmen.

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