360 Finance Aktie: JPMorgan stuft ab
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 12:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Finanzdienstleister Qifu Technology, ehemals bekannt unter dem Namen 360 Finance, sieht sich mit einem erheblichen Vertrauensverlust an den Kapitalmärkten konfrontiert.
Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 am vergangenen Dienstag reagierten zahlreiche Analystenhäuser mit massiven Herabstufungen und Kurszielsenkungen. Während das Unternehmen beim Gewinn je Aktie die Erwartungen übertreffen konnte, zeichnen die Umsatzentwicklung und der Ausblick auf das kommende Quartal ein düsteres Bild der operativen Lage.
Umsatzrückgang und schwindende Margen
In den am vergangenen Mittwoch vorgestellten Zahlen für das zweite Quartal 2026 wies das Unternehmen einen Umsatz von 3,57 Milliarden US-Dollar aus. Damit verfehlte Qifu Technology die Konsensschätzungen der Analysten, die im Vorfeld von 4,02 Milliarden US-Dollar ausgegangen waren.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem massiven Einbruch der Erlöse um 31,6 Prozent. Besonders deutlich wurde der Abwärtstrend beim bereinigten Nettoergebnis (Non-GAAP): Dieses brach um 75,4 Prozent auf 455 Millionen RMB ein.
Medienberichten zufolge begründete das Management diese Entwicklung mit einem zunehmenden Liquiditätsengpass in der Branche und verschärften Risikokontrollen. Zwar konnte das Unternehmen beim Gewinn je Aktie mit 6,56 US-Dollar einen Wert über der Schätzung von 4,90 US-Dollar ausweisen, doch dieser Fakt trat angesichts der schwachen operativen Dynamik in den Hintergrund.
Für das dritte Quartal 2026 gab das Unternehmen zudem eine vorsichtige Prognose ab und erwartet einen Nettogewinn zwischen 360 Millionen und 460 Millionen RMB.
Analysten strafen die Aktie ab
Die Reaktion der Analysehäuser auf den Quartalsbericht fiel drastisch aus. Die Analysten von JPMorgan stuften das Papier am vergangenen Mittwoch von „Neutral“ auf „Underweight“ herab und senkten das Kursziel von 13,50 US-Dollar auf nur noch 9 US-Dollar.
Zur Begründung hieß es, der Bericht spiegele ein sich verschlechterndes Betriebsumfeld und einen intensivierten Wettbewerb innerhalb der Branche wider. Besonders die Herausforderungen bei der Eintreibung notleidender Kredite dürften das Kerngeschäft weiter belasten.
Ähnlich skeptisch äußerte sich Judy Zhang von der Citigroup. Hier erfolgte eine doppelte Herabstufung von „Buy“ direkt auf „Sell“. Das Kursziel wurde dabei massiv von 30,10 US-Dollar auf lediglich 8 US-Dollar korrigiert.
Auch andere namhafte Institute wie Morgan Stanley und Jefferies nahmen ihre Einschätzungen und Kursziele am selben Tag deutlich zurück. Der Konsens der Experten verweist auf die makroökonomischen Unsicherheiten und den anhaltenden regulatorischen Druck, die Qifu Technology zu einer noch vorsichtigeren Geschäftsplanung zwingen.
Dividende als kleiner Lichtblick für Anleger
Trotz der operativen Schwierigkeiten hält das Unternehmen an seiner Ausschüttungspolitik fest. Für die Aktionäre wurde eine Dividende in Höhe von 0,45 US-Dollar angekündigt. Der Ex-Tag für diese Ausschüttung ist am 9. September 2026, während die Auszahlung für den 1. Oktober geplant ist. In der aktuellen Marktsituation entspricht dies einer rechnerischen Dividendenrendite von etwa 14 Prozent.
Diese hohe Rendite ist jedoch primär eine Folge der jüngsten Kursverluste. Im nachbörslichen Handel unmittelbar nach Bekanntgabe der Zahlen fielen die Anteilscheine zeitweise um 11 Prozent. Das Unternehmen betonte, angesichts der regulatorischen Anforderungen und der Unsicherheit im Sektor künftig einen noch vorsichtigeren Ansatz bei der strategischen Planung zu verfolgen, was das Wachstumspotenzial kurzfristig weiter begrenzen könnte.
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