2G Energy Aktie: Berenberg hebt Kursziel auf 91 Euro
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 23:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit einer klaren Kaufempfehlung und einem Kursziel von 91,00 Euro hat das Analysehaus Berenberg heute die Beobachtung von 2G Energy aufgenommen. Analyst Robert-Jan van der Horst sieht den westmünsterländischen Spezialisten für Kraft-Wärme-Kopplung vor einem kräftigen Wachstumsschub. Die Studie trägt den Titel „Gassing up AI“ und stellt die wachsende Nachfrage nach dezentraler Energieversorgung für Rechenzentren in den Mittelpunkt.
Die Einstufung liegt spürbar über den bisherigen Zielen anderer Branchenbeobachter, deren Konsens zwar ebenfalls zum Kauf rät, sich aber in einer Spanne von 73 bis 80 Euro bewegt. Am Aktienmarkt notiert das Papier heute bei 55,65 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,8 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie bereits einen Zuwachs von 58 Prozent.
Auftragsboom durch neue Sparte für Rechenzentren
Treiber der optimistischen Einschätzung ist vor allem das neu formierte Geschäftsfeld Data Center Solutions. Für diesen Bereich meldete das Unternehmen bis Ende Juni 2026 einen Auftragseingang von 350 Millionen Euro. Diese Projektpipeline ist durch Kundenanzahlungen abgesichert, was dem Maschinenbauer eine verlässliche Einnahmenplanung bis ins Jahr 2029 ermöglicht.
Um das hohe Volumen abzuarbeiten, plant das Management eine massive Ausweitung der Fertigung. Die Produktionskapazität soll bis Ende 2027 um rund 750 Megawatt ausgebaut werden. Dies entspricht einer Verdreifachung des bisherigen Niveaus von 300 bis 400 Megawatt auf rund 1.000 Megawatt. Auf Basis dieses Kapazitätssprungs prognostiziert Berenberg einen Anstieg der Erlöse auf über eine Milliarde Euro bis zum Jahr 2029.
Solide Basis im Kerngeschäft und Ausbau der Marktstellung
Die Expansion stützt sich auf ein stabiles Fundament im angestammten Geschäft. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte 2G Energy einen Umsatz von 398 Millionen Euro bei einer EBIT-Marge von 6,6 Prozent. Das wiederkehrende Servicegeschäft steuerte im vergangenen Jahr rund 42 Prozent zu den Gesamterlösen bei und sorgt für kontinuierliche Mittelzuflüsse.
Zudem verfügt der Hersteller über eine etablierte Marktposition. Im deutschen Segment für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auf Biogasbasis hält das Unternehmen einen Marktanteil von rund 30 Prozent.
Mit mehr als 1.000 Mitarbeitern vertreibt der Konzern seine modular aufgebauten Energielösungen inzwischen in über 60 Ländern. Die Kombination aus stabiler Heimatbasis und der Erschließung des internationalen Rechenzentrumsmarktes bildet nun den Kern der weiteren Unternehmensentwicklung.
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