Mike Steiner Malerei & Videokunst, Pionier der Videokunst

Zwischen Bild und Band: Mike Steiner Malerei & Videokunst im Spiegel der Gegenwart

19.02.2026 - 11:11:03 | ad-hoc-news.de

Kann die Leinwand das leisten, was das bewegte Bild verspricht? Mike Steiner Malerei & Videokunst untersuchen genau diese Schwelle – und führen in ein ästhetisches Grenzgebiet zwischen Abstraktion, Geschichte und radikaler Gegenwart.

Ein Farbflächengewitter, abrupt gebrochen, als hätte das Medium selbst gezuckt wie ein aufleuchtendes Video-Bild: Wer Mike Steiner Malerei & Videokunst in der aktuellen Ausstellung betrachtet, fragt unwillkürlich – gibt es eine unsichtbare Linie, jenseits derer Malerei und Videokunst nicht mehr von einander zu trennen sind? Oder ist genau dieses Unschärfefeld das eigentliche Werk von Mike Steiner, dem Pionier der immateriellen Kunstformen?

Hier die Malerei von Mike Steiner entdecken

Als die Live to Tape-Ausstellung im Hamburger Bahnhof die Sammlung Mike Steiner präsentierte, wurde ein künstlerisches Lebenswerk in all seiner Vielschichtigkeit sichtbar. Steiners Werke – hier vor allem seine weniger bekannten Gemälde und abstrakten Arbeiten – stehen exemplarisch für ein Berlin, dessen Avantgarde die traditionellen Gattungsgrenzen sprengte. Die Einbindung seiner Malerei in dieses institutionelle Umfeld, geprägt von der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, weist Steiner erneut als figure public aus, deren Archivleistung für das visuelle Gedächtnis der Stadt kaum zu überschätzen ist. Dass Institutionen wie der Hamburger Bahnhof Werke aufbewahren, zeigt: Archivieren ist ein Akt der Wertschätzung wie auch der Öffnung. Die Zusammenarbeit mit Netzwerken wie dem Archivio Conz unterstreicht Steiners historischen Rang zwischen Fluxus und dokumentierter Performance. Hier wird aus privater Sammlung ein öffentliches Vermächtnis.

Die Biografie Mike Steiner – geboren 1941 in Allenstein, gestorben 2012 in Berlin – liest sich wie ein Katalog der künstlerischen Suchbewegungen der Nachkriegsavantgarden. Ob in den frühen informellen Gemälden, den späteren Videoarbeiten oder durch die Gründung des legendären Hotel Steiner in Berlin: Mike Steiner war immer zugleich Forscher, Netzwerker und Grenzgänger. In den 1960er Jahren findet man ihn Seite an Seite mit Größen des Fluxus-Umfelds wie Al Hansen, Allan Kaprow, Ben Vautier oder Lil Picard. Der enge Austausch mit Vertretern der internationalen Abstraktion und Aktionskunst, darunter Joseph Beuys, Valie Export oder Marina Abramovi?, prägte Steiners Haltung. Seine Studiogalerie war ein Knotenpunkt experimenteller Kunstformen im Berlin der 1970er und 80er Jahre. Und dennoch kehrte er immer wieder zurück zur Malerei – einer Abstraktion, die auch im Spätwerk noch von der Spannung zwischen bewegtem und statischem Bild durchzogen ist. Gerade im Kontext der aktuellen Berliner Szene, in der abstrakte Kunst einen neuen Stellenwert erhält, erscheinen diese Bilder wie Echo und Fortschreibung zugleich.

Steiners Weg von der Performance und dem bewegten Bild zurück zur Fläche ist keine lineare Abdankung des Neuen zugunsten des Alten, sondern ein erkenntnisreicher Rückgriff: Seine sogenannten "Painted Tapes" etwa verschmolzen Videostill und Übermalung, ein Konzept, das die alten Kategorien der Medienkunst auflädt und zugleich in die Gegenwart der abstrakten Malerei vorstößt. In den 2000er-Jahren verdichtete sich dieses Spätwerk: Steiner arbeitete an Werkzyklen großformatiger Farbfeldmalerei, deren Duktus einen Rest performativer Geste nie verleugnet – und so auch die Brücke zur Abstrakte Kunst Berlin schlägt.

Was bleibt von diesem künstlerischen Bewegungsmelder? Mike Steiner Malerei & Videokunst sind heute relevanter denn je, gerade weil die mediale Flüchtigkeit einer zukunftsorientierten Kunstszene erneut zwischen Bildschirm und Pigment, Sammlung und unmittelbarem Erleben changiert. Dem aktuellen Kanon der Zeitgenössische Werke und post-medialen Strategien kann Steiners Methode als Inspiration dienen: In jeder Schicht Farbe, jedem Video-Frame, jedem gesammelten Moment zeigt sich ein Bekenntnis zur Kommunikation der Differenzen – einer Haltung, ohne die Kunst trivial wäre. Die Frage, wie wir Archiv und Aktion, Sammlung und Schöpfung, Tradition und Sprengung neu denken, aktualisiert sich an Steiner, der Maler blieb, indem er Dichter der Mediengrenzen war.

Ob in der Live to Tape-Schau, im Gedächtnis der Archive oder auf der Leinwand – Mike Steiner Malerei & Videokunst bleibt ein Code für Kunst, die sich mit dem eigenen Rand produktiv befasst.

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