Zuckersteuer-Debatte, Gehirn

Zuckersteuer-Debatte: Jetzt geht es ums Gehirn

05.02.2026 - 11:33:12

Die Diskussion um eine nationale Zuckersteuer wird durch neue Studien zur Demenzprävention und milliardenschwere Einsparprognosen für das Gesundheitssystem befeuert.

Die Diskussion um eine Zuckersteuer in Deutschland hat eine neue Dimension erreicht. Es geht nicht mehr nur um Übergewicht, sondern um den Schutz des Gehirns vor Demenz.

Das Ende der Freiwilligkeit

Die politische Landschaft ist in Aufruhr. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) startete diese Woche einen neuen Vorstoß für eine nationale Zuckersteuer. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Die freiwillige Selbstverpflichtung der Lebensmittelindustrie lief Ende 2025 aus.

Die Bilanz dieser Freiwilligkeit ist ernüchternd. Während in Großbritannien der Zuckergehalt in Getränken durch eine Abgabe fast halbiert wurde, stagnierte die Reduktion in Deutschland. Gesundheitspolitiker von SPD und Grünen signalisieren bereits Unterstützung für Günthers Plan.

Die Argumentation hat sich verschoben. Im Fokus steht nicht mehr nur Karies bei Kindern, sondern die langfristige Finanzierbarkeit des Pflegesystems. Neue Studien sehen in der „Zuckerflut“ einen direkten Treiber für Demenz im Alter.

Anzeige

Passend zum Thema Gehirngesundheit: Wer sein Demenz‑Risiko aktiv senken möchte, findet praxisnahe Übungen im kostenlosen PDF‑Report „Gehirntraining leicht gemacht“. Der Ratgeber liefert 7 Geheimnisse, 11 alltagstaugliche Übungen, einen Selbsttest und konkrete Ernährungs‑Tipps – ideal, um Konzentration und Gedächtnis zu stärken. Viele Routinen dauern nur wenige Minuten und lassen sich leicht in den Alltag integrieren. Gratis-Report ‚Gehirntraining‘ jetzt anfordern

Zucker als Risiko fürs Gehirn

Neurologen warnen: Exzessiver Zuckerkonsum lässt das Gehirn schneller altern. In der Fachwelt etabliert sich sogar der Begriff „Typ-3-Diabetes“ für Alzheimer, um den engen Zusammenhang zum Stoffwechsel zu betonen.

Chronisch erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die feinen Gefäße im Gehirn. Das begünstigt vaskuläre Demenzen und stört die Energieversorgung der Nervenzellen. Zudem fördert Zucker Entzündungsprozesse, die auch die schützende Blut-Hirn-Schranke schwächen können.

Experten betonen: Zucker ist nicht der alleinige Auslöser, aber einer der am einfachsten zu beeinflussenden Risikofaktoren. Eine Reduktion von flüssigem Zucker – der besonders schnell ins Blut geht – könnte laut Modellrechnungen tausende Demenzfälle in den kommenden Jahrzehnten verhindern oder verzögern.

Die milliardenschwere Rechnung

Die wirtschaftlichen Argumente für eine Steuer erhalten durch die Demenz-Prävention neues Gewicht. Eine Simulationsstudie der Technischen Universität München prognostiziert Einsparungen von rund 16 Milliarden Euro für das Gesundheitssystem über zwei Jahrzehnte.

Angesichts der prekären Lage der Pflegeversicherung argumentieren Befürworter wie der AOK-Bundesverband: Jeder verhinderte Demenzfall ist eine enorme finanzielle Entlastung. Ein gesünderes Gehirn bedeutet längere Selbstständigkeit im Alter.

Internationale Daten stützen diese Sicht. In Großbritannien sank durch die Abgabe nicht nur der Zuckerkonsum, sondern auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Karies bei Kindern.

Der anhaltende Widerstand

Trotz der Datenlage bleibt der Widerstand formiert. Teile der Union und die FDP verweisen auf die Eigenverantwortung der Bürger und lehnen neue Steuern ab. Kritiker warnen vor einer Benachteiligung heimischer Zuckerrübenbauern.

Ihr Hauptargument: Eine Steuer auf Softdrinks sei ungerecht, weil sie nur ein Produktsegment treffe. Süßwaren oder Backwaren blieben außen vor. Auch der Verband der Privaten Krankenversicherung mahnt zur Vorsicht. Eine Steuer allein sei kein Allheilmittel zur Sanierung der Kassen.

Die Industrie verweist zudem auf mögliche Substitutionseffekte. Verbraucher könnten einfach auf andere, nicht besteuerte Kalorienquellen ausweichen. Steht am Ende also nur eine Symbolpolitik?

Ein Wendepunkt für die Prävention?

Die Allianz für eine Zuckersteuer ist so breit wie nie zuvor. Indem das Thema Gehirngesundheit in den Vordergrund rückt, verliert das Argument der „Bevormundung“ an Kraft. Der Schutz vor kognitivem Verfall wird gesellschaftlich oft höher priorisiert als der uneingeschränkte Konsum von Süßigkeiten.

Beobachter in Berlin erwarten, dass die Diskussion in den kommenden Wochen an Schärfe gewinnt. Sollte sich die Bundesregierung zu einem gestaffelten Modell nach britischem Vorbild durchringen, wäre dies der größte präventive Eingriff in den Lebensmittelmarkt seit Jahrzehnten. Für die Gesundheit der nächsten Generation könnte es eine entscheidende Weiche sein.

Anzeige

PS: Vergessen Sie öfter Namen oder Termine? Als Ergänzung zum Training bietet der kostenlose Report einen einfachen Selbsttest und 11 Mini‑Übungen, mit denen Sie sofort starten können. Der Guide erklärt auch, welche Alltagsgewohnheiten den größten Einfluss haben und wie kleine Veränderungen das Risiko senken können. Holen Sie sich den kompakten Praxis‑Guide per E‑Mail. Jetzt kostenlosen Gehirn-Report herunterladen

@ boerse-global.de